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Fußball
Im Derby gegen den Abwärtstrend

Grenzland. Sowohl die VSF Amern als auch Union Nettetal machen aktuell in der Fußball-Landesliga eine schwere Phase durch. Morgen treffen sie im Derby aufeinander, wobei die Amerner einen deutlich schwereren Rucksack zu tragen haben. Von David Beineke

Eines ist vor dem morgigen Grenzland-Derby in der Fußball-Landesliga auffällig. Sowohl die gastgebenden VSF Amern als auch die Gäste von Union Nettetal müssen sich gegen einen Abwärtstrend stemmen. Die Amerner warten immerhin schon seit fünf Spielen auf einen Sieg und haben sich dadurch in eine Lage gebracht, die vor einigen Wochen noch undenkbar schien: Sie müssen dringend punkten, um die letzten Zweifel am Klassenverbleib zu beseitigen. Diese Sorgen haben die Nettetaler nicht. Doch das Ende einer tollen Heimserie gegen Nievenheim vorigen Sonntag - erstmals verlor das Team zweimal in Folge unter Trainer Andreas Schwan - zeigte, dass aktuell Sand im Getriebe ist bei Union. Für einen ebenso ehrgeizigen wie jungen Trainer wie Andreas Schwan eine alles andere als befriedigende Situation.

Nachdem es für ihn seit seinem Amtsantritt im September eigentlich nur steil aufwärts ging, muss er sich jetzt mit den weniger schönen Seiten des Seniorenfußballs auseinandersetzen. Und vor der Partie in Amern hat sich die Lage aus personeller Sicht noch mal verschärft. Mit den aktuellen Ausfällen (siehe "Zum Personal") ließe sich schon eine schlagkräftige Landesligatruppe auf die Beine zu stellen. "Die Mannschaft stellt sich von alleine auf. In dieser Konstellation sehe ich Amern im Vorteil", sagt Schwan. Das relativiert sich allerdings dadurch, dass die Gastgeber vor dem Start in die letzte englische Woche der Saison deutlich mehr unter Siegzwang stehen. Denn während die Nettetaler in der Tabelle jenseits von Gut und Böse liegen, sitzt den VSF bei nur fünf Punkten Vorsprung und sechs ausstehenden Spielen noch die aufstrebende Konkurrenz aus dem Tabellenkeller im Nacken. Und am Mittwoch und am Sonntag darauf stehen für die Amerner zwei brettharte Auswärtsspiele gegen die Titelkandidaten DSC 99 und 1. FC Monheim auf dem Programm. Gibt es morgen also keine drei Punkte, könnte es nach der englischen Woche ganz ungemütlich werden.

Immerhin gab es unter der Woche im Kreispokal mit dem Last-Minute-Sieg in Vorst ein Erfolgserlebnis. Dabei machten die beiden Treffer der eingewechselten Dominik Bischoff und Fabian Göckler aus einem 1:2-Rückstand einen 3:2-Sieg. "Das war ein psychologisch wichtiges Tor für Dominik, weil er zuletzt in Dormagen den Siegtreffer verpasst hat", betont VSF-Coach Dennis Sobisz. Auch der lange verletzte Göckler tat bei seinem Comeback etwas fürs Selbstvertrauen, für morgen ist er laut Sobisz sogar eine Startelfoption. Denn ein Problem ist bei dem Amernern jüngst besonders auffällig: Sie spielen ordentlich, treffen dafür aber viel zu selten und kassieren unnötige Gegentore.

Kurios: Den Nettetalern geht es trotz ihrer grundsätzlich stark besetzten Offensivabteilung genauso. Und seit Donnerstag steht fest, dass auch Hoffnungsträger Markus Keppeler, der beim 2:1-Hinspielsieg ein Tor schoss und eine Vorlage gab, nach seinem Urlaub wegen der alten Fußverletzung nicht zurückkehren wird. "Wir müssen uns auf ein kampfbetontes Spiel einstellen. Wir müssen von der ersten Sekunde an dagegenhalten", sagt Andreas Schwan. Dafür spricht auch, dass die Amerner das Spiel nicht auf dem Kunstrasen in Niederkrüchten ausrichten, sondern auf ihrem eher holprigen Ausweichplatz am Happelter. VSF-Coach Dennis Sobisz versichert allerdings, dass das keine sportlichen Gründe habe: "Das machen wir aus rein wirtschaftlicher Sicht. Wir brauchen die Einnahmen aus dem Verkauf von Essen und Trinken."

Quelle: RP
 
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