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Wermelskirchen
Merkel dankt Ehrenamtlern für ihren Einsatz

Wermelskirchen: Merkel dankt Ehrenamtlern für ihren Einsatz
Sie sind wegen des Krieges aus Syrien nach Deutschland geflohen und leben seit zwei Jahren hier: Ahmed Paddy (20, v.l.), Obayda Mohssen (24), Mohammed Alkari (23), Mohammed Ashrafi (26) und Nabeel Alasrane (18, hinten). FOTO: Elena Erbrich
Wermelskirchen. Die Bundeskanzlerin hat Montagabend die Kreisstadt besucht. Unter den 4000 Besuchern waren allerdings nicht nur Merkel-Fans. Von Elena Erbrich

Einmal die Bundeskanzlerin live sehen. Das wollten die fünf Syrer Ahmed Paddy (20), Obayda Mohssen (24), Mohammed Alkari (23), Mohammed Ashrafi (26) und Nabeel Alasrane (18) unbedingt. "Wir lieben Angela Merkel, weil sie uns geholfen hat", sagte Mohssen. Die jungen Männer kamen vor zwei Jahren nach Deutschland. Wegen des Krieges mussten sie aus Syrien fliehen. Merkel, die auf ihrer Wahlkampftour auch in Bergisch Gladbach Halt machte, sprach in ihrer Rede unter anderem auch die Flüchtlingsthematik an.

"Niemand verlässt sein Land ohne Grund", stellte die Kanzlerin klar. Sie bedankte sich bei den vielen ehrenamtlichen Helfern vor allem für ihre Leistungen während der Hochphase der Flüchtlingskrise 2015. "Danke, das war ein gutes Stück Deutschland", sagte Merkel. Sie habe ein Auge auf die Lage in den Flüchtlingslagern anderer Länder.

Mohammed Ashrafi war begeistert von Merkels Rede. "Merkel hat uns geholfen, als die arabischen Länder nicht mehr geholfen haben", sagte der 26-Jährige, der in seinem Heimatland BWL studiert hat. "Sie hat uns eine Chance gegeben, damit wir ein neues Leben beginnen können."

Auf der Großbildleinwand konnten alle Zuschauer Merkels Auftritt sehen. FOTO: Elena Erbrich

Laut Veranstalter (CDU) waren rund 4000 Besucher zum Konrad-Adenauer-Platz gekommen. Zum Beispiel auch Uta Ploemacher. Zusammen mit Monika Doeden und Gertha Nassenstein stand sie in der Menge. "Kein Mann hätte es geschafft, das Land durch solche schwierigen Zeiten zu bringen", meinte Ploemacher. Und Doeden ergänzte: "So eine starke Frau sollte man sich zum Vorbild nehmen." Auch viele jüngere Zuschauer waren im Publikum. Der 23-jährige Daniel Gollan war mit seinen Freunden gekommen, um die Kanzlerin einmal live zu erleben. "Merkel soll so bleiben, wie sie ist. Sie bleibt ihrer Linie treu. Das ist gut", sagte der Altenpfleger. Er wünsche sich aber von ihr, dass sie sich noch mehr für seinen Berufsstand einsetzt. "Mehr Lohn für Altenpfleger wäre gut", sagte Gollan.

Doch nicht nur Merkel-Fans waren zur Veranstaltung gekommen, auch Gegner. Der kurzfristig angemeldete Aufzug der AfD an der Straße Schnabelsmühle verlief nach Angaben der Kreispolizei ohne besondere Vorkommnisse. Jedoch fanden sich einige AfD-Anhänger am Konrad-Adenauer-Platz ein und versuchten, durch Trillerpfeifen und laute Buhrufe die Rede der Kanzlerin zu stören. Merkel ließ sich nicht ablenken. Mit starker Stimme sprach sie frei vor ihrem Publikum. Mit Blick auf den 24. September sagte sie: "Da können Sie wählen zwischen denen, die da vorne nur schreien oder denen, die Deutschland nach vorne bringen."

Am Rednerpult sprach Bundeskanzlerin Angela Merkel unter anderem über die Themen Sicherheit, Steuern, Bildung und Ehrenamt. FOTO: Elena Erbrich

Tanja Hoffmann gehörte zu den denen, die Merkels Auftritt mit Trillerpfeifen stören wollten. Auf ihrem roten Schild stand: "Merkel muss weg". "Es muss sich so viel ändern", sagte Hoffmann. "Die Flüchtlingspolitik, die Finanzpolitik. Die Sicherheit muss sich verbessern. In meiner Gegend gibt es ein Flüchtlingsheim. Ich habe Angst auf die Straße zu gehen."

Merkel sprach in ihrer Rede auch das Thema Sicherheit an. NRW-Innenminister Herbert Reul habe laut Merkel "ein schwieriges Amt" angetreten. Die CDU wolle mehr Polizisten einsetzen. "Es darf keine No-Go-Areas geben. Alle Bürger müssen sich sicher fühlen", betonte Merkel. Beim Publikum kam diese Aussage gut an.

Applaus gab es auch für Merkels Vorhaben, die Steuern für kleine und mittlere Einkommen zu senken. Die CDU wolle außerdem in die Bildung junger Menschen investieren. Familien mit Kindern sollten die Wahl haben, entweder zuhause zu bleiben oder Beruf und Erziehung zu vereinbaren. "Der Rechtsanspruch auf Kita-Betreuung ist gelebte Realität", sagte Merkel. Nun gelte es, die Nachmittags-Betreuung in der Schule für alle Kinder zu ermöglichen.

Quelle: RP
 
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