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Wermelskirchen
"Mutige Köpfe für Frieden benötigt"

Wermelskirchen: "Mutige Köpfe für Frieden benötigt"
Landrat Stephan Santelmann gestern Morgen bei der zentralen Feierstunde zum Volkstrauertag am Mahnmal in der Hüpp-Anlage. FOTO: Geisler
Wermelskirchen. Die Gedenktage Allerheiligen, Allerseelen, Totensonntag und Volkstrauertag beherrschen den Monat November - es ist der Trauer- oder Totenmonat des Jahres. Die Menschen erinnern sich an Verstorbene und dabei am Volkstrauertag besonders an die Opfer von Krieg und Gewalt sowie von Diktatur, Flucht und Vertreibung in der Vergangenheit und in der Gegenwart.

Die zentrale Veranstaltung des Rheinisch-Rheinisch Bergischer Kreises fand statt am Sonntag in der Hüpp-Anlage in Wermelskirchen. Eingeladen hatten der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge Rheinisch-Bergischer Kreis und der Ortsverband der Stadt Wermelskirchen. Der Posaunenchor der Evangelischen Kirchengemeinde Wermelskirchen unter der Leitung von Dr. Martin Weidner lieferte den musikalischen Rahmen. Bürgermeister Rainer Bleek begrüßte die beachtliche Gruppe Besucher. "Wir kommen jedes Jahr am Volkstrauertag zusammen, um der unzähligen Opfer von Krieg und Gewalt zu gedenken, aber auch zur Mahnung an die Lebenden." Aus der Erinnerung an die bedrückenden Schicksale müsse die Botschaft des Tages an alle ausgehen: nie wieder. Landrat Stephan Santelmann verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass Versöhnung und Verantwortung für den Frieden wichtig und möglich seien. Er betonte in seiner Gedenkrede, dass um alle weltweit getrauert werde, "denen man versucht hat, die Würde zu nehmen, denen man Gewalt angetan hat oder auch noch antut". 1989, als der Eiserne Vorhang fiel, habe er wie viele Menschen auch die Hoffnung gehabt, dass die Entstehung einer anderen, besseren und friedlichen Welt möglich ist. Diese Hoffnung dürfe nicht aufgegeben werden.

So, wie eine Trauer in einem längeren Prozess die Phasen Schock, Depression und Hader, gefolgt von allmählicher Rückkehr ins Leben, durchlaufe, habe auch der Volkstrauertag in den letzten Jahrzehnten diese Phasen erlebt. Nunmehr müssen die Worte Dietrich Bonhoeffers gelten: "Der Friede muss gewagt werden." Dafür brauche es kreative und mutige Köpfe. Angesichts der kurzen Schilderungen von drei Flüchtlingen aus unterschiedlichen Ländern, die stellvertretend für so viele von ihren Schicksalen berichteten, konnten die Zuhörer nur beistimmen.

(bege)
 
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