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Wermelskirchen
Singende Flitzefinger auf der Katt-Bühne

Wermelskirchen: Singende Flitzefinger auf der Katt-Bühne
Die Konzerttournee "Acoustic Guitar Night" von Peter Finger bedeutet für Liebhaber akustischer Gitarrenmusik bereits seit vielen Jahren ein Höhepunkt im musikalischen Jahr. FOTO: Manfred Pollert
Wermelskirchen. Peter Finger machte auf seiner Tour auch Station in Wermelskirchen. Die Zuhörer erlebten eine grandiose Acoustic Guitar Night zwischen süßem Traum und schwingendem Tamtam. Von Bernd Geisler

Mehr als 20 Acoustic Guitar Nights hat der Ausnahmegitarrist Peter Finger bereits organisiert - und stets stand dabei die Gitarre im Mittelpunkt. Diesmal war es etwas anders. Natürlich hatte Finger auch wieder hochkarätige Flitzefinger um sich geschart, aber jetzt konnten und durften sie auch noch singen. Und das exzellent gut.

Peter Finger lieferte in der Katt ein Unterhaltungsprogramm der besonderen Art: ein Bühnenmix aus beschaulich-weichem, zart besaiteten, beinahe introvertierten Saitenkünstler (Ulrich Uhland Warnecke), Gute-Laune-Duo mit formidablen Folk-Einschlag aus Madagaskar (Erick Manana & Dama) und quirlig-kreativem Damenpärchen aus Australien ("Hussy Hicks"). Nicht nur Gitarristen staunten und lauschten, auch diejenigen, die das Instrument nicht beherrschen, kamen voll auf ihre Kosten.

Tourbegleiter Ingo Lohr zupfte zur Einstimmung mal eben ein Michael-Jackson-Cover im besten Guitar Night Stil - ausgefeiltes Arrangement und virtuose Technik aus einem Guss. Warnecke lieferte wunderschöne Melodien am laufenden Band, ließ dabei sein beachtliches Können gekonnt mit gehauchten, schnellen Passagen beinahe bescheiden aufblitzen und wiegte die Zuhörer hinein in traumhafte, musikalische Gefilde. Die beiden Herren Manana & Dama hatten "ein kleines Stück madagassische Sonne in der Hosentasche mitgebracht". Das war dann auch zu hören: Urlaubsstimmung machte sich mit zweistimmigem Gesang breit - zum Mitsingen. Hier ging es nicht um musikalisches "schneller, höher, weiter", sondern um schöner, freudiger und mitreißender. Die in ihnen steckende Folklore wollte das Duo nicht verbergen, die beiden animierten sogar zum Mitklatschen - zu einem "La Bamba"-Rhythmus kein Problem. Nach der Pause musste natürlich Peter Finger ran. Er spielte zunächst die erwarteten "relativ vielen Töne in möglichst kurzer Zeit" (Finger) mit allem, was dazugehört: Fingerstyle mit glasklaren Flageoletttönen, "hammer-on und pull-off" Spieltechnik, gedämpften und offenen Saiten und trotzdem alles eingebettet in einem melodiösen Gefüge.

Das nächste, elegische Stück widmete Peter Finger dem kürzlich verstorbenen Gitarristen Werner Lämmerhirt und legte anschließend noch ein vehementes irisches Medley auf die Saiten, "um die Stimmung nicht ganz in den Keller zu fahren".

Der Auftritt der beiden "Hussy Hicks" - ihre Agentur übersetzt es mit "Flittchen aus dem Hinterland" - brachte dann die Katt so richtig in Bewegung. Ihre Musik fließt und flutet aus einem Schmelztiegel voll mit australischer Folk- und Country-Tradition, "funky" Jazz, "groovy" Reggae, Gypsy- und Reggae-Einflüssen sowie atmosphärischen Gesang zum Niederknien und Mithüpfen.

Grandios. Wie alles auf der Bühne in dieser Acoustic Guitar Night.

Quelle: RP
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