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Wermelskirchen
Stephanus Combo lässt Weihnachten nachklingen

Wermelskirchen. Es war ein Konzert auf den letzten Drücker. Einen Tag, bevor die Weihnachtszeit dann auch offiziell endete, spielte die "Stephanus Combo" in Neuenhaus zum Weihnachtskonzert auf. Von Theresa Demski

Wem das befremdlich erschien oder wer glaubte, nach all den Wochen des weihnachtlichen Gedudels keine festlichen Melodien mehr hören zu können, der wurde eines Besseren belehrt - gleich mit dem ersten Stück. "Jetzt mach dir deine eigene kleine Weihnacht wahr", sang Janina Fiß. Die Weihnachtszeit ins neue Jahr retten, die Botschaft aus dem Stall von Bethlehem nach den Festtagen nicht verklingen lassen, das "Fest der Liebe" ruhig jeden Tag feiern: Die Kunde der "Stephanus Combo" war deutlich - und klangvoll.

Denn im Gepäck hatte die Gruppe Gospel ebenso wie Blues, Pop, Rock und Jazz. Bekannte Stücke, die die Combo neu und ungewöhnlich zum Klingen brachte, waren ebenso dabei wie völlig unbekannte Melodien und Texte, die die Musiker auf Konzerten oder beim Stöbern im Internet entdeckt hatte. "Wir gehen im Advent gemeinsam auf Konzerte, um uns inspirieren zu lassen", erzählte Gitarrist Volker Groß. Und davon profitierte das dankbare Publikum: Norwegische Märchen, denen Sänger Patrick Mühlhausen einen neuen deutschen Text verpasst hatte, gehörten zu den besonderen Fundstücken, schwedischer Gospel und kölsches Liedgut.

Musikalische Überraschungen gab es auch außerhalb der Liedauswahl. Sängerin Janina Fiß griff, während sie die Texte ins Publikum schickte, mit der rechten Hand zuweilen fast unbemerkt in die Tasten und wechselte dann zur Querflöte. Patrick Mühlhausen nahm zwischenzeitlich die Mini-Gitarre zur Hand. Gemeinsam - sie mit den tiefen Tönen und er mit den hohen - bewiesen die Beiden ein beeindruckendes Zusammenspiel. Zuweilen erklangen Stücke auch gleich vierstimmig - dank Thomas Kuhn und Iris Essenberg.

Dazu gesellte sich auch eine Portion Humor, die den Funken schnell von der Bühne ins Publikum überspringen ließ. Patrick Mühlhausen war in einen roten Weihnachtsanzug geschlüpft und Pianistin Heike Endepols witzelte gut gelaunt mit dem Publikum. Zur großen Freude der Zuhörer, die sich selbst noch auf den Stehplätzen drängten, schlüpfte Mühlhausen schließlich in einen grünen Rentierpullover und wechselte kurzzeitig ins Kabarett-Fach - das machte auch musikalisch Spaß. Was blieb, war dennoch ein leiser Nachklang und die Einsicht: Weihnachten endet nicht im Dezember.

Quelle: RP
 
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