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Hamminkeln
Alter Sportplatz: Drei Angebote liegen vor

Hamminkeln. Politik und Verwaltung diskutieren die Zukunft der Brache an der Brüner Straße. Die Stadt will damit rund 1,8 Millionen Euro einnehmen. Von Thomas Hesse

Das Vorstellungsverfahren für Investoren im Juni war ein in Hamminkeln bisher einmaliges Projekt. Im Rathaus gingen langsam, aber sicher mehrere Angebote zur Bebauung des alten Sportplatzes an der Brüner Straße ein. Das in Zentrumsnähe von Hamminkeln gelegene Grundstück liegt seit langem brach, nachdem Pläne für eine Öko-Siedlung oder für die Ansiedlung von Lidl scheiterten bzw. im politischen Streit untergingen. Nun sollen am 16. November erst Haupt- und Planungsausschuss nichtöffentlich gemeinsam die drei vorgelegten Angebote prüfen. Hier geht es auch um die Finanzen.

Danach ist der Planungsausschuss öffentlich am Zug. Er soll die städtebauliche Sicht debattieren und entscheiden - die Verwaltung nennt in der Vorlage ihren Favoriten. Eine weitere Frage ist noch offen: Soll es eine städtische Wohnungsbaugesellschaft geben, die die Grundstücke Brüner Straße und andere vermarktet? Hierüber wird Ende November erneut gesprochen. Ein Beratungsbüro wird dazu eingeschaltet.

Politisch war eine höhere Einnahme gefordert worden als die Verwaltung zunächst erwartete. Nun reicht die Bandbreite bis zum vorgegebenen Limit von 1,8 Millionen Euro. Auch für Art und Umfang der Bebauung gibt es Vorgaben: 60 bis 75 Wohneinheiten, Durchmischung mit 15 Prozent Einfamilien- und 85 Prozent Mehrfamilienhäusern, davon 30 Prozent geförderter sozialer Wohnungsbau. 70 Prozent der Wohnungen im Mehrfamilienbereich sollen barrierefrei sein in maximal zwei Geschossen plus Dachgeschoss. Innerhalb von fünf Jahren soll alles komplett bezugsfertig sein. Worin unterscheiden sich die Angebote, wobei die Namen der Wettbewerber nicht genannt werden? Nummer eins wird als städtebaulich ausgereift mit guter Einbindung an das Umfeld sowie solider Architektur beschrieben. Das Entwässerungskonzept und ein Café an der Einfahrt des Baugebietes sind das Besondere. Die Stadtplaner vergeben hier die Note "erste Priorität". Angebot zwei sieht als einziges vor, ein Pflegeheim mit 80 Plätzen zu errichten - im Nordwesten des Bauareals direkt am vorhandenen Spielplatz. Im Einfahrtsbereich sind Ärztehaus und Tagespflege vorgesehen. Vorgeschlagen wird eine Tiefgarage, auch unter dem vorhandenen Parkplatz. Allerdings ist dieses Projekt im Verhältnis zu den anderen stark verdichtet und wäre konzeptionell ganz anders als vorgegeben. In der Priorität erreicht es Platz zwei.

Das dritte Angebot schlägt eine "hofartige Gruppenbebauung" vor - aus städtischer Sicht eine "reizvolle Alternative". Das Konzept entspricht den Hamminkelner Vorgaben weitgehend, sieht aber mehr öffentlich geförderte Bauten vor. Das Ergebnis: Priorität drei - mit der Einschränkung, auf Platz zwei zu gelangen, wenn ein Pflegeheim wie in Angebot 2 politisch abgelehnt wird.

Quelle: RP
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