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Wesel
Am Lebenslernort zu sich kommen

Wesel: Am Lebenslernort zu sich kommen
Christian Rauschenfels (stehend), der Gründer der Sinn-Stiftung, kam zum Sommerfest, um seine Vorstellungen von dem künftigen Zusammenwirken zu erläutern. FOTO: Scheffler
Wesel. In der alten Ziegelei Menting sollen Menschen zusammenkommen, die ein intensiveres Zusammenleben anstreben. Von Helmut Scheffler

Die Gruppe "LebensWiese", die sich seit Oktober 2013 auf dem Gelände der ehemaligen Ziegelei Menting in Overbeck formiert hat, verband ihr Sommerfest mit Planungen für die künftige Gestaltung ihres Zusammenlebens. Lange hat die ehemalige Ziegelei brach gelegen. Die Gruppe "Lebenswiese" möchte sie aus ihrem Dornröschenschlaf wecken. Dort sollen nun Menschen auf gesunde Weise leben, arbeiten, genießen und zu sich kommen. Wilhelm Menting ist bereit, die Räume der Firma in die Realisierung eines sogenannten Lebenslernort Alte Ziegelei" (LLO AZ) einzubringen. Dieser besteht aus zwei Teilen, die verbunden sind und sich wechselseitig stärken sollen. Ein Teil ist die "Lebens-Wiese", ein eingetragener, gemeinnütziger Verein, der Spendenquittungen ausstellen kann und Fördermitglieder aufnimmt. Den zweiten Teil bildet das Sozialunternehmen LLO AZ, das drei Bereiche beinhaltet. Dazu gehören der "FreiRaum", der sich mit Vermietungen befasst, die Lehm-Oase, die den Lehmbau und die Lehmbauberatung beinhaltet, und die "LebensWerkstatt", in der es psychosoziale und kreativhandwerkliche Angebote geben soll. Das können Berufsorientierungscamps ebenso sein wie Coaching/Therapie und Natur-Besinnungstage. Vorerst tragen Wilhelm Menting und die Baubiologin Carina Simons die rechtlich-wirtschaftliche Verantwortung. Die beiden möchten Menschen um sich scharen, die an einer intensiveren Form des Zusammenlebens interessiert sind. Grund und Boden des Familienunternehmens Menting, das seit 1822 besteht, soll im Sinne des Stiftungszwecks an die Trias-Stiftung abgegeben werden, die ihn an die sozial-ökologisch sinnhafte Unternehmung LLO AZ verpachtet. Ziel ist, vor Immobilienspekulation zu schützen, den Gedanken der gemeinsamen Erdverantwortung zu stärken und das Gelände sinnvoll zu nutzen. Auch die Gebäude sollen zweckgebunden werden. Überlegungen gehen unter anderem in die Richtung einer Treuhandstiftung oder einer Genossenschaft.

Christian Rauschenfels, Gründer der Sinn-Stiftung, kam zum Sommerfest, um seine Vorstellungen von dem Zusammenwirken zu erläutern. Dann hatten die Gäste Gelegenheit zum Gedankenaustausch. Dabei wurde deutlich, dass ein starkes Interesse an dem Projekt besteht und dass man in dem Lebenslernort eine zukunftstaugliche Kultur leben möchte. Zu den ersten konkreten Maßnahmen gehört das Aufräumen und Gestalten des Geländes. Es gab aus den Reihen der Teilnehmer konkrete Angebote. Sabine Forstreuter aus Rayen bei Neukirchen-Vluyn bietet das Training der Persönlichkeitsentwicklung, fürs Coaching und für Soft SkillsTraining für Jugendliche an. Die Berlinerin Katja Hamm möchte Yoga, Entspannung und Massage anbieten. Ein Essener plant die Einrichtung einer Töpferwerkstatt. Angestrebt wird ein gemeinsames Gestalten eines öffentlichen Bereiches mit dem Netzwerk Schermbeck und anderen lokalen Handwerkern. Die im Aufbau befindliche Gruppe ist offen für alle Interessenten.

Kontakt unter Telefon 02865 7032; www.lebenswiese.net

Quelle: RP
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