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Diskussion um Weihnachtsbaum
CDU fordert 2016 eine echte Tanne plus Stahlbaum

2009 bis 2015: Der hässlichste Weihnachtsbaum in NRW
2009 bis 2015: Der hässlichste Weihnachtsbaum in NRW FOTO: Malz, Ekkehart
Wesel. Im Jubiläumsjahr soll nicht nur der umstrittene Lichterbaum auf dem Großen Markt in Wesel stehen, sondern nach dem Willen von Fraktionschef Jürgen Linz (CDU) auch ein grüner Baum. Im Netz sorgt das Gerüst derweil weiter für Diskussionen. Von Klaus Nikolei

Für die einen ist die Stahltanne der ISG Domviertel auf dem Großen Markt der "hässlichste Weihnachtsbaum überhaupt", für die anderen ein zweifelsohne "interessantes Kunstobjekt", über das mittlerweile auch überregionale Fernsehsender berichten. Fest steht: Dieser Blechkegel lässt keinen kalt. Auch nicht die Politik.

Die CDU-Fraktion jedenfalls hat sich mittlerweile eine Meinung gebildet und tut diese auch kund: Nächstes Jahr müsse zusätzlich noch ein echter Weihnachtsbaum am Dom aufgestellt werden, fordert Fraktionschef Jürgen Linz in einem Brief an die Bürgermeisterin. "Viele wünschen sich einen großen und grünen Tannenbaum, so wie es über viele Jahre hinweg Tradition war." Zumal immer darüber diskutiert werde, "dass wir an unseren Werten und unserer Kultur festhalten sollten. Dazu gehört in dieser Jahreszeit auch eine echte Tanne."

Die könnte nach Vorstellung der Christdemokraten vom städtischen Betrieb ASG aufgestellt werden. Womöglich sei sogar ein Bürger bereit, einen passenden Baum zu spenden. Dass der Große Markt groß genug ist für einen echten und einen stählernen Baum, daran hat Jürgen Linz keinen Zweifel.

Ein riesiges Thema ist der Stahlbaum auch bei Facebook. Dort ist die Schar der Gegner gewaltig. So schreibt beispielsweise eine Userin: "Das Ding als ,Baum' zu bezeichnen und mit Weihnachten in Verbindung zu bringen, grenzt schon ein wenig an Hohn. Allerdings ist das Loriot-Zitat ,Früher war mehr Lametta' schon witzig. Ich musste jedenfalls herzlich drüber lachen." Ein Reeser hält sich ebenfalls mit Kritik nicht zurück. Er schreibt: "Schlimmer geht nicht, aber Gott sei dank komme ich nicht aus Wesel. Ich würde mich total schämen."

Ein Schamgefühl beschleicht auch eine aus Wesel stammende Frau, die jetzt in Norddeutschland lebt und postet: "Als ich das heute Morgen im Fernsehen gesehen habe, war ich total geschockt."

Aber es gibt auch einige gemäßigte Stimmen. Zum Beispiel bekennt eine Leserin, dass sie den Baum 2014 "echt schön" fand. "In diesem Jahr haben die Verantwortlichen nur voll daneben gegriffen. Aber es ist ja noch nicht Weihnachten. Vielleicht kann man die Plakate noch entfernen und den Baum weihnachtlich gestalten." Und ein Fan der Stahltanne äußert den Verdacht, dass "die Initiatoren einen anderen Hintergrund und ein anderes Kunstverständnis haben. Oder soll man besser sagen, sie haben überhaupt ein Kunstverständnis. Ich finde es toll, dass es in Wesel überhaupt Leute gibt, die so etwas machen. Aber der Durchschnittsbürger schaut nicht gerne über den Tellerrand, denn da zieht's. Den scharfen Wind ertragen die Leute vom Domviertel hoffentlich noch lange."

Quelle: RP
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