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Hamminkeln
Dreht der Wind gegen neue Standorte?

Hamminkeln: Dreht der Wind gegen neue Standorte?
Eine Windkraftanlage am Niederrhein (Dilkrath-Schwalmtal). Nicht nur Einwände der Bürger, auch neue Erkenntnisse im Artenschutz spielen in die Diskussion um neue und bestehende Anlagen in Hamminkeln. FOTO: Franz-Heinrich Busch
Hamminkeln. Stimmung auf der Bürgerversammlung: Der Widerstand gegen neue Konzentrationszonen für Windräder in Nordbrock und in Dingden ist groß. Jetzt kann es sein, dass die Politik ein neues Verfahren beschließt. Von Thomas Hesse

Am Ende nahm Bürgermeister Bernd Romanski vier Punkte mit aus der gut besuchten Bürgerversammlung zu den neuen beziehungsweise erweiterten Konzentrationszonen für Windräder in Nordbrock und Dingden (Hohe Heide). So lässt sich die Bürgerfreundlichkeit der behördlichen Unterlagen verbessern. Darin fehlen erstens entfernungsgerechte Angaben und zweitens nachvollziehbare Windradstandorte. Mit ihnen würde der Zugang zur komplizierten Genehmigungsprozedur einfacher. Das ist nicht mehr als eine redaktionelle Änderung.

Substanziell ist dagegen die Forderung des Flugmodell-Sportvereins Dingden, dessen Flugplatz direkt am Dingdener Windrad-Standort liegt. Er will den südlichen Teil der Fläche aus dem Plan herausnehmen, weil sonst der Betrieb stark eingeschränkt wäre im zugelassenen "Start- und Landeraum".

Punkt vier hat grundsätzliche Folgen und muss politisch geklärt werden. Es gilt der Ratsbeschluss, dass Windkraftzonen gelten und in allen anderen städtischen Gebieten Windräder ausgeschlossen sind. Johannes Flaswinkel (Grüne) stellte den Bürgerantrag, das Verfahren zu kippen. Heißt: Die Vorrangzonen sollen weg, neue Anlagen sollen im Einzelverfahren geklärt werden.

Romanski deutete aber auch an, dass der gesamte Standort Hohe Heide in direkter Nachbarschaft zum Naturschutzgebiet Dingdener Heide fallen könnte. Die neuen, zumindest erstmals öffentlich ins Feld geführten Erkenntnisse der Biologischen Station Kreis Wesel zum Großen Brachvogel und den Kiebitzen würden mit den Fachbehörden erörtert und das könne Folgen haben, erklärte er. Zuständig ist die Untere Landschaftsbehörde, die bisher trotz Bedenken nach Angaben der Planer im Rathaus "keine Absage für das Gebiet an der Dingdener Heide gegeben" hat. Ob sich nun der Wind gegen die erneuerbare Energieanlagen dreht, macht die Lage nicht übersichtlicher. Matthias Bussen vom Nabu Hamminkeln kündigte an, einen Artenschutzbericht abzugeben, der die bisherigen Darstellungen bezweifelt. Außerdem sei es absurd, im Bereich der Heide Windräder zu errichten, während die Stadt sanften Tourismus in der Natur fördern will.

Auch der Ergänzungsstandort Nordbrock wird von Anwohnern abgelehnt. Sie sehen sich genug beeinträchtigt. Dass man sich an die Anlagen gewöhnt haben solle, konnte Konrad Groß-Langenhoff nicht verstehen. Nachts müsse man wegen des Lärms die Fenster schließen, tagsüber jage der Schatten der Rotoren durch die Zimmer.

Quelle: RP
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