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Wesel/Hamminkeln/Schermbeck/Hünxe
Ehe für alle: Bisher keine große Nachfrage in Kommunen der Region

Wesel/Hamminkeln/Schermbeck/Hünxe. Gleichgeschlechtliche Hochzeitspaare haben sich bisher in den Standesämtern Wesel, Schermbeck, Hamminkeln und Hünxe kaum angemeldet. Von Klaus Nikolei

Gleichgeschlechtliche können sich seit dem 1. Oktober offiziell in den Standesämtern der Republik das Ja-Wort geben. Doch die Ehe für alle wird - aktuell jedenfalls - in den Standesämtern der Region kaum nachgefragt. Das hat gestern eine Umfrage unserer Redaktion ergeben.

"Wir haben bei uns noch keine einzige Nachfrage, seit das Gesetz in Kraft ist", sagt die Hamminkelner Standesbeamtin Martina Venhoeven. Lediglich am Samstag, 7. Oktober, werden zwei Herren "von außerhalb" im Ringenberger Schloss heiraten. "Allerdings hatten sie sich schon lange vor der Gesetzesänderung bei uns für eine eingetragene Lebenspartnerschaft angemeldet."

Weder im Hünxer Rathaus noch im Schloss Gartrop wird es in diesem Jahr eine gleichgeschlechtliche Eheschließung geben. Davon ist Standesbeamtin Julia Ingenhoff überzeugt. "Jedenfalls liegen uns keinerlei Anfragen für 2017 vor", sagt sie. "Jetzt im Herbst und Winter will keiner heiraten." Allerdings lägen schon mehrere Anfragen von Paaren für Termine im Frühling und Sommer vor, die allerdings alle schon in einer Lebenspartnerschaft leben und diese jetzt - im Rahmen einer schönen Zeremonie - umschreiben lassen wollen. "Anfragen von bislang Ledigen haben wir keine", sagt Julia Ingenhoff.

Im Confideum, das auf dem Areal der Landhotels Voshövel in Weselerwald liegt, wird demnächst die erste Hochzeit zweier Männer gefeiert. "Die waren für eine eingetragene Partnerschaft angemeldet. Doch durch die Gesetzesänderung haben wir jetzt eine Eheschließung", sagt die Schermbecker Standesbeamtin Birgitt Tombers auf Anfrage. Fürs nächste Jahre liegen im Rathaus drei Vormerkungen für Eheschließungen im Confideum vor. Alle Paare - zwei mal zwei Herren und einmal zwei Frauen - kommen von außerhalb der Gemeindegebietes, um sich am Voshövel ewige Treue zu schwören.

Etwas anders als in den angrenzenden Kommunen sieht die Sache in Wesel aus. Im Standesamt der Kreisstadt rufen schon seit bekannt wurde, dass das neue Gesetz zum 1. Oktober in Kraft treten wird, immer wieder gleichgeschlechtliche Paare an. Dabei handelt es sich ausschließlich um Interessenten, die ihre Lebenspartnerschaften in eine Ehe umwandeln lassen möchten. "Ich kann zwar nicht genau sagen, wie viele Anfragen es gab, aber es sind doch einige", sagt Standesbeamtin Ina Pillekamp. Am 10. Oktober gebe es gleich mehrere Termine im Rathaus. Die meisten Paare allerdings möchten erst im nächsten Jahr heiraten. "Und zwar oft an dem Jahrestag ihrer Verpartnerung", erklärt Ina Pillekamp.

Quelle: RP
 
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