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Schermbeck
Eine Kirche für die Muttergottes

Schermbeck. Der Schermbecker Pastor Xavier Muppala sorgte für die Finanzierung eines Gotteshauses in Indien.

Im Rahmen einer zwölftägigen Reise durch Indien, an der 33 Schermbecker teilnahmen, wurde die Kirche "Mother of God Church" (Muttergottes-Kirche) im indischen Ort Agraharam eingeweiht, deren Errichtung durch die finanzielle Unterstützung zahlreicher Schermbecker Bürger möglich wurde.

"Agraharam ist eine der Missionsstationen in meiner Heimat-Pfarrei Ponugodu", berichtet Xavier Muppala, der seit dem 3. September 2013 Pastor in Sankt Ludgerus ist, und ergänzt, "Ponugodu ist eine Gemeinde in einer rückständigen Gegend." Die Menschen in Agraharam gehören zur Kaste der "Dalits", der niedrigsten Stufe im indischen Kastenwesen. Von den mehr als 500 Familien, die im Ort leben, sind etwa 60 Familien Christen mit römisch-katholischer Konfession. Das sind deutlich mehr als im gesamten Indien, wo neben den Hindus (79,8 Prozent) und den Muslimen (14,2 Prozent) die Christen nur einen Anteil von 2,6 Prozent einnehmen.

Die Christen in Agraharam werden von zwei Priestern der "Missionare Compassion", von einem Praktikanten und von drei Ordensschwestern betreut. Die Missionsstation Agraharam gehört mit weiteren acht Pfarreien zum südindischen Bistum Nalgonda, dessen Bischof Joji Govindu im Oktober 2016 in St. Ludgerus empfangen wurde. "Die bisherige Kirche in Agraharam war viel zu klein und wenn es regnete, stand Wasser in der Kirche", berichtet Pastor Muppala. Davon konnte er sich während eines Besuches im Januar 2014 selbst überzeugen. Damals haben ihn die Bewohner gefragt, ob er nicht helfen könne. Im März 2016 warb Xavier Muppala an der Eingangspforte der Ludgeruskirche für das Kirchbau-Projekt. Seither gab es jede Menge Unterstützung von kirchlichen Gruppen und Einzelpersonen. Die KAB und die Kolpingsfamilie spendeten ebenso Geld wie der Seniorenkreis, der Familienkreis und die kfd. Durch den Verkauf von indischen Spezialitäten durch den indischen Kochkreis beim "Marktplatz der Hilfe" im November kam ein weiterer Geldbetrag hinzu. Beim jetzigen Besuch in Indien konnten die 30.000 Euro überreicht werden. Die 5000 Euro, um die die Kosten angestiegen sind, wird Pastor Muppala auch noch stemmen.

Als die deutsche Reisegruppe nach ihrem Besuch der Städte Neu-Delhi, Agra, Jaipur, Kerala, und Hyderabad am 19. November, dem geplanten Einweihungstag, in Agraharam, dem Heimatort Pastor Muppalas, eintraf, warteten etwa 1500 Bewohner, um die Gäste mit Blumenkränzen zu empfangen. Im Beisein des Pfarreirates begrüßte der Bürgermeister die deutschen Besucher. Im Beisein zweier Bischöfe, zweier Generalvikare und 20 Priestern wurde mit einer Schere das farbige Band an der Eingangspforte durchtrennt. Die Schermbecker Pfarreiratsvorsitzende Christine Wolf verlas einen Brief Pfarrer Klaus Honermanns. "Möge die Kirche ein Ort des Friedens sein für alle Betrübten und alle Suchenden", wünschte Honermann der Gemeinde.

(hs)
 
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