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Wesel/Hamminkeln/Hünxe
Handel im Kreis vor der Heiligabend-Frage

Wesel/Hamminkeln/Hünxe: Handel im Kreis vor der Heiligabend-Frage
FOTO: Schnettler
Wesel/Hamminkeln/Hünxe. Viele selbstständige Supermarkt-Händler in der Region beschäftigen sich aktuell mit der Frage, ob sie an Heiligabend öffnen oder nicht und ihren Mitarbeitern damit drei freie Tage am Stück gönnen. Von Klaus Nikolei

Denn zum ersten Mal seit dem Jahre 2006 fällt der 24. Dezember auf einen Sonntag. Laut Gesetz können Supermärkte an Heiligabend in Nordrhein-Westfalen von 10 bis 14 Uhr öffnen.

Der Weseler Rewe-Kaufmann Dirk Koch beispielsweise hat bereits frühzeitig eine Entscheidung getroffen. "Wir haben die Vor- und Nachteile abgewogen und sind zu der Entscheidung gelangt, dass wir am 24. Dezember nicht öffnen werden, denn der Sonntag ist ein Familientag", sagt Dirk Koch. Er werde es genießen, am vierten Adventssonntag gemütlich zu frühstücken und am späten Nachmittag entspannt und nicht abgehetzt den Gottesdienst zu besuchen.

Auch Kollege Rolf Blankenagel gönnt den Mitarbeitern seines Rewe-Marktes in der Weseler Innenstadt einen arbeitsfreien Heiligabend. Und auch der Drevenacker Edeka-Kaufmann Gerhard Kirsch hat mit seiner Entscheidung, am 24. Dezember nicht zu öffnen, bei seinen Angestellten große Freude ausgelöst. "Diesen Luxus werden wir uns einfach gönnen und stattdessen am 23. Dezember die Öffnungszeiten um eine Stunde ausweiten und erst um 22 Uhr schließen", sagt Kirsch. "Wer bis zum 23. Dezember nicht den nötigen Umsatz gemacht hat, dem nutzt der 24. Dezember auch nichts mehr."

Aber natürlich gibt es auch Händler, die ganz bewusst die Chance nutzen werden, an einem der umsatzstärksten Tage des Jahres zu öffnen. Zu ihnen gehört Jens Köster. Der Rewe-Händler aus Mehrhoog kann sich noch genau an Heiligabend 2000 erinnern. Auch damals war der 24. Dezember ein Sonntag. "Wir waren der einzige Markt in der Umgebung, der geöffnet hatte. Die Folge war, dass die Kunden von überall her kamen und bei uns die Hölle los war."

Ähnlich groß war bei Jens Köster der Andrang am Heiligabend-Sonntag 2006. Probleme, Mitarbeiter zu finden, die von 10 bis 14 Uhr arbeiten möchten, hat er keine. "Ich habe erst gestern einen Aushang gemacht. Zehn Freiwillige brauche ich, zwölf haben sich bereits eingetragen." Dass Kirchen und Gewerkschaften die Sonntagsöffnung kritisch sehen, hält er für übertrieben. Schließlich hätten Restaurants, Cafés und Bäckereien immer sonn- und feiertags geöffnet.

Zwar will sich Sven Komp, der drei Edeka-Märkte in Mehrhoog, Lackhausen und Obrighoven betreibt, mit der Heiligabend-Entscheidung noch bis Mitte November Zeit lassen. Aber vieles deutet darauf hin, dass er alle Filialen öffnen wird. Denn: "Es haben sich schon jetzt mehr Freiwillige gemeldet, als ich Schichten habe." Das habe sicher nicht nur mit der Sonderprämie zu tun, die er seinem Team zahlen wird. "Es ist eine ganz besondere Atmosphäre, die an diesem Tag bei uns herrscht", schwärmt Sven Komp, "es ist einfach ein schönes Arbeiten."

Quelle: RP
 
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