| 00.00 Uhr

Hamminkeln
Hohe Flüchtlingszahl bereitet der Tafel Sorge

Hamminkeln. Asylbewerberin, die in der Hogenbuschhalle untergebracht war, zieht nun mit drei Kindern nach Ringenberg.

Eine Frau aus Nigeria, die seit Freitag vergangener Woche mit ihren beiden Söhnen in der Mehrhooger Hogenbuschhalle untergebracht war, hat am Wochenende einen gesunden Jungen geboren. Gestern lag die Asylbewerberin noch mit ihrem Baby in der Entbindungsklinik, während ihre beiden anderen Söhne bei einer Pflegefamilie untergebracht waren. Nachdem zuvor die Befürchtung bestand, die Frau müsse mit ihren drei Jungs zurück in die Sporthalle, sei nun eine Lösung in Sicht, sagte der zuständige Hamminkelner Verwaltungsmann Jürgen Palberg gestern. "In Ringenberg wird in der Einfachwohneinlage in der Belenhorst eine Wohnung für die Wöchnerin frei, weil eine andere Familie eine andere Wohnung bezieht", so Palberg. Er ist froh, dass man dieses Problem so habe lösen können.

Apropos Problem: Das hat derzeit der Verein "Hamminkeln hilft", der die Tafel betreut. Denn er befürchtet, dass er wegen der steigenden Zahl von Flüchtlingen bei der Versorgung bedürftiger Menschen in Not kommt.

Man habe insgesamt 400 Familien und Einzelpersonen auf der Liste stehen, sagt Evi Kannemann von der Tafel. Dazu schätzt sie die Zahl der Menschen, die derzeit in den Flüchtlingsunterkünften und Wohnungen untergebracht sind und Lebensmittel von der Tafel beziehen, auf etwa 250. "Und wenn ab Dezember die weiteren Flüchtlingsunterkünfte an Diersfordter und Rathausstraße stehen, könnte es noch schwieriger werden", so Kannemann. Das Problem: Die Zahl der Bedürftigen steigt, nicht aber die Menge der Lebensmittel. Im Gegenteil: Die Menge der Produkte, die Kannemann und ihre Mitstreiter von Supermärkten, Discountern und Läden bekommen, nimmt eher ab. Aus diesem Grund hofft die Tafel auch auf Spenden wie Reis, Butter, Nudeln etc. aus der Bevölkerung. Auch weitere Helfer seien stets willkommen. Wer helfen oder spenden möchte, kann beim Verein "Hamminkeln hilft", Krummer Weg 3, vorbeikommen oder sich unter Telefon 02852 96 525 51 melden.

Über eine Hilfskraft, die heute ihre Arbeit aufnehmen wird, freut sich die Tafel-Vorsitzende besonders. So habe man einen Mann, der aus Syrien geflüchtet war, als Helfer und Dolmetscher gewinnen können. Er könne die Verständigungsbarriere aufheben und den Neuankömmlingen den Ablauf erklären.

Nach gestrigem Stand waren insgesamt 459 Asylbewerber in der Stadt untergebracht. Bis Freitag werden weitere zehn erwartet.

Übrigens: Das Vorhaben, die Hogenbuschhalle bis Jahresende freizubekommen und die dort untergebrachten Flüchtlinge auf andere Unterkünfte in der Stadt zu verteilen, nannte Jürgen Palberg gestern erneut das "priorisierte Ziel" der Stadtverwaltung.

(pho/kwn)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Hamminkeln: Hohe Flüchtlingszahl bereitet der Tafel Sorge


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.