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Wesel
Verträumte Klänge, leise Töne und ein wilder Bach

Kulturnacht Wesel: 8. "Lange Nacht der Orgel" im Willibrordi-Dom
Nachts im Dom: Das ist auch für die Organisten eine ganz besondere Stimmung. Hier an der Orgel: Tina Henke. FOTO: Erwin Pottgiesser
Wesel. Die achte "Lange Nacht der Orgel" im Willibrordi-Dom ließ keine Wünsche offen. Das Publikum lauschte fasziniert.

Mit einer schnellen, energischen Melodie, dominiert von lauten, tiefen Tönen begann im Rahmen der Kulturnacht am Samstagabend die achte "Lange Nacht der Orgel". "Toccata und Fuge in C-Dur" hieß das rund zehnminütige Stück von Johann Sebastian Bach, mit dem Organist Ansgar Schlei die Konzertfolge eröffnete. Es war ein Spiel mit Gegensätzen, denn nach diesem aufregenden, wilden Eröffnungsstück folgten die langsamen, verträumten Klänge von "Schmücke dich, o liebe Seele", ebenfalls von Bach. Die sanfte, harmonische Melodie bediente sich eher leiser Töne, die fließend durch den Dom tanzten und das Publikum zum Träumen einluden. Nicht wenige der zahlreichen Besucher, die die Bänke im Mittelschiff zu gut drei Vierteln befüllten, hielten dabei die Augen geschlossen und wogen sanft hin und her.

Wieder sehr flott und laut hingegen folgte dann das nächste Stück, das "Concerto h-Moll" von Johann Gottfried Walther. Eine schnelle, eingängige Melodie mit vielen hellen Tönen, die die entspannte Stimmung in eine aufmerksame Fröhlichkeit verwandelten, bei der viele Füße im Takt wippten. Bei Erland von Kochs "Vinterpastorale" wurde es dann erneut ruhiger. Gerade diese gemächlicheren Stücke schienen die Zuhörer besonders in ihren Bann zu ziehen, denn auch das Durchgangspublikum, das während der Konzerte nur hereinkam, um die Ausstellungsstücke anzusehen oder den Dom zu besichtigen, blieb häufig noch aufmerksam bis zum Ende lauschend stehen, bevor es den Willibrordi-Dom wieder verließ.

Bei der zweiten Aufführung gab es Unterstützung von der Domkantorei und dem Synodalen Bläserkreis Wesel. Die Auswahl der Stücke umfasste Werke von Komponisten ab dem 18. Jahrhundert bis zu neuzeitlichen Musikern. Am modernsten war das letzte Konzert, der "Orgelmusik zur Nacht", in dem beinahe nur Stücke von noch lebenden Komponisten gespielt wurden.

(meko)
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