| 12.53 Uhr

Wesel
Was für mich zu Weihnachten gehört

Wesel. Welches Lied, welcher Film, welches Essen ist untrennbar mit Weihnachten verbunden? RP-Redakteur Fritz Schubert erzählt es. Von Fritz Schubert

Hören

Musik zu Weihnachten ist ein Muss und verteilt sich für mich auf drei Kategorien. Zum einen traditionelle Weisen aus dem kirchlichen Saisonrepertoire, mit denen daheim mehr oder weniger textsicher der Baum angesungen wird. Zum anderen mag ich festliche Begleiter eines großen Mahls. Gern Heiteres aus dem Barock. Und dann sind da noch Stimmungsmacher mit Partyqualität. Unverzichtbar: "Merry Xmas Everybody" von Slade (1985). Da geht die Post ab, und eine frohe Botschaft gibt es auch. Heißt es doch im Refrain, dass man in die Zukunft schauen soll, die gerade begonnen hat. Ebenfalls für mich nicht wegzudenken ist "All I Want For Christmas Is You" in der Fassung von Olivia Olson in dem Film "Tatsächlich ... Liebe" (2003, siehe auch unter "Gucken"). Mit Feuchte-Augen-Garantie.

Gucken

Hätte ich nicht vor der Bescherung noch einiges zu tun und Besuche zu absolvieren, dann säße ich vermutlich heute schon durchgehend, aber ratlos vor der Kiste: Was guckt man bloß? Alles aufnehmen? Geht auch nicht! "Drei Männer im Schnee", "Der kleine Lord", "Die Feuerzangenbowle", "Miss Marple: Mörder ahoi!", "Die Schatzinsel" – Alles schon mal gesehen. Immer wieder gut. Kaum zu schaffen. Und das ist auch gut so. Denn die TV-Konserve ist schon voll. Wenn alle Stricke reißen, hilft die aufgenommene "Herr der Ringe"-Trilogie mir locker weiter. Dann löschen, und es wäre Platz für "Tatsächlich ... Liebe" (25. Dezember, 23.25 Uhr, ZDF, siehe auch "Hören"). Mit etwas Glück finde ich irgendwo noch "Wir sind keine Engel" mit Humphrey Bogart, Peter Ustinov und Aldo Ray. Dann ist alles perfekt.

Schmecken

Hauptsache, lecker: Heiligabend kann alles Mögliche auf den Tisch kommen. Nur schmecken muss es allen, und Experimente sollten des lieben Friedens wegen unbedingt vermieden werden. Meine Mutter hatte ein Händchen dafür. Ob der in den 60er Jahren hippe Toast Hawaii, in den 70ern Fondue oder in den 80ern Königinnenpastetchen: immer klasse. In der Familie meiner Frau kamen wir später überein, dass Zunge für uns die kulinarische Krönung der Bescherung ist. Meine Schwiegermutter ist eine Meisterin der Zubereitung. Nach dem Tod meiner Frau und meines Schwagers hat sich das Ritual geändert. Meine Schwiegermutter verbringt Heiligabend jetzt meist mit einigen Freundinnen, ich darf Gast in der Familie meiner Partnerin sein, die ich auch schon sehr, sehr lange kenne. Ich wette, es gibt Königinnenpastetchen mit "Orchestersoße". Herrlich. Für so was liebe ich alle Mütter, Schwiegermütter und Küchenfeen.

Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Wesel: Was für mich zu Weihnachten gehört


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.