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Stadt Willich
Aufbruchstimmung nach Landtagswahl

Stadt Willich: Aufbruchstimmung nach Landtagswahl
Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein (links), war zum MIT-Frühstück auf den Ramshof in Neersen gekommen, rechts daneben Meik Giesen, MIT-Kreisvorsitzender, und MdB Uwe Schummer (3.v.r.). FOTO: W. KAISER
Stadt Willich. Beim Frühstück der CDU-Mittelstandsvereinigung in Willich war Jürgen Steinmetz von der IHK Mittlerer Niederrhein, zu Gast. Von einer neuen Landesregierung erwartet er eine bessere Infrastruktur und weniger Bürokratie. Von Willi Schöfer

Maik Giesen, Kreis-Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) der CDU, sprach sogar von einem "Leuchtturm am Niederrhein", meinte damit die seiner Meinung nach gute Infrastruktur, den guten Mix von Gewerbe, Wohnen und Freizeit in Willich. Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein, pflichtete ihm generell bei: "Willich ist ein sehr guter Standort." Die von Stefan Simmnacher angeführte MIT Willich hatte gestern auf dem Ramshof zu einem Frühstück eingeladen.

Rund ein Dutzend folgten der Einladung, ließen es sich erst einmal schmecken. "Über den guten Standort Willich viel zu erzählen, hieße Eulen nach Athen zu tragen", sagte, als die Diskussionsrunde eröffnet war, Jürgen Steinmetz. Der Geschäftsführer des Bezirks Mittlerer Niederrhein mit nahezu 80.000 Unternehmen und 410.000 Beschäftigten nannte dann aber doch einige Dinge, durch die man die Infrastruktur und den Standort attraktiver machen könnte. Dazu gehörten unter anderem im gesamten Kammerbezirk die Ausweisung weiterer Gewerbestandorte (Steinmetz: "Da ist noch genügend zu tun, selbst die Friedhöfe beanspruchen derzeit mehr Platz als die Gewerbe- und Industrieflächen"). Steinmetz wünschte den schnellstmöglichen Ausbau der Anschlussstelle der A 44 in Willich-Münchheide, ferner die Weiterverlängerung der Regio-Bahn. MdB Uwe Schummer sah dies genauso, er sagte: "Wir müssen unbedingt den Gesprächsfaden mit Mönchengladbach wieder aufnehmen, damit die Regio-Bahn weitergeführt werden kann."

Steinmetz kam ferner auf den für ihn überraschenden Ausgang der Landtagswahl zu sprechen, wünschte sich von der neuen CDU/FDP-Koalition, dass neben einer besseren Infrastruktur vor allem für Handel und Industrie der Bürokratismus mitsamt der Hygiene-Ampel abgebaut beziehungsweise abgeschafft werde. Auch die strengen Vergabe-Richtlinien müssten in den Papierkorb. Ferner müsse bei den verkaufsoffenen Sonntagen das "Rumgeeiere" und die Rechtsunsicherheiten aufhören, brauche man dabei mehr Verlässlichkeit, zum Schutz des Handels und seiner Mitarbeiter.

Als "gut für den Kammerbezirk und für die hiesige Region" wertete es Steinmetz, dass beispielsweise jetzt Rainer Höppner, Vorsitzender der Schiefbahner Werbegemeinschaft, einer der neuen Vize-Präsidenten der IHK Mittlerer Niederrhein sei. Rainer Höppner frühstückte mit, ehe er ums Wort bat: "Wir brauchen in den Kommunen endlich mal einmal ein vernünftiges Leerstands-Management." Höppner vermisste hier auch Perspektiven für die nächsten Jahre. Seiner Meinung nach würden die Internet-Käufe weiter zunehmen. Höppner dazu: "Wir werden sicherlich nicht alle Geschäfte retten können, aber wir müssen es durch eine größere Attraktivität und eine bessere Strategie versuchen." In dem Zusammenhang nannte Stefan Simmnacher eine frühere MIT-Forderung, die Innenstädte durch spezielle Zusammenschlüsse der jeweiligen Eigentümer für den Handel aufzuwerten.

Unter den Gästen waren auch Martina und Hans-Peter Lepsy, die in Alt-Willich ein erlesenes Fisch-Restaurant betreiben. Außerdem Mitglieder des CDU-Agrarausschusses, so Landwirt Peter Joppen. Er hatte mit dem früheren Willicher MIT-Vorsitzenden Reinhard Efkes eine Bitte an Steinmetz: dass die Ausbildungsbetriebe neben ihrer Arbeit mit den jungen Leuten nicht so relativ hohe Ausbildungs- und Prüfungskosten an die Kammer entrichten müssten. "Die müssen deutlich gesenkt werden", sagte Joppen.

Quelle: RP
 
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