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Stadt Kempen
Katholische Kirche geht neue Wege

Stadt Kempen. Der Vorster Pfarrer Ludwig Kamm geht im Sommer 2017 in Ruhestand, Pfarrer Pero Stanusic verlässt St, Hubert zum Jahresende in Richtung Aachen. Die GdG Kempen/Tönisvorst ist mit einem neuen Strukturmodell Pionier im Bistum. Von Heribert Brinkmann

/TÖNISVORST Im Februar und März sollen in allen vier Pfarreien Gemeindeversammlungen über die neuen Strukturen informieren. Für die Gemeinden steht ein großer Sprung in die Zukunft an. Der Priestermangel im Bistum zwingt die Gemeinden, neue Strukturen zu entwickeln und auszuprobieren. Die Pfarrgemeinde mit "ihrem" Priester an der Spitze gibt es so kaum noch. In Kempen, St. Hubert, St. Tönis und Vorst sind die Pfarrgemeinden bereits seit 2010 zu einer Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) zusammengefasst, mit 29.800 Menschen die größte im Bistum Aachen.

Für das Pressegespräch wählte Propst Dr. Thomas Eicker einen ganz besonderen Ort: die Kapelle St. Peter auf den Feldern zwischen Kempen und Vorst. St. Peter ist für ihn die Keimzelle christlichen Lebens am Niederrhein. Auch jetzt wieder sieht sich die gesamte GdG als ein Pionier in einem Prozess umwälzender Entwicklungen, die vor allem die Laien stärker in die Pastoralarbeit einbindet. Gemeindereferentin Regina Gorgs (Kempen) verweist ausdrücklich auf das Impulspapier "Gemeinsam Kirche sein", das die deutschen Bischöfe 2015 verfassten und in dem sie das "gemeinsame Priestertum aller Getauften" betonen.

Einen Priester gibt es im Bistum nicht mehr für jede Gemeinde. Die aktuelle Situation zwingt die GdG jetzt zum Handeln: Von Pastor Ludwig Kamm, Pfarrer von St. Godehard in Vorst und auch von St. Cornelius in St. Tönis, ist schon länger bekannt, dass er zum 2. Juli 2017 in den Ruhestand geht. Überraschender war die Entwicklung in St. Hubert: Pfarrer Pero Stanusic hat sich nach 16 Jahren vor Ort jetzt in Gesprächen mit dem Bistum entschieden, in Aachen-Nord die Leitung einer GdG zu übernehmen. Er wird zum Jahresende St. Hubert verlassen. Nach dem Strukturplan steht der GdG zwar ein weiterer hauptamtlicher Priester zu, aber vorerst bleibt Propst Dr. Thomas Eicker ab dem Sommer 2017 der einzige hauptamtliche Priester in der GdG. Er übernimmt die Leitung.

Dass er aber allein nicht in allen vier Gemeinden gleich präsent sein kann, ist allen Beteiligten klar. Am 5. November haben 70 Vertreter der Pfarreiräte und Kirchenvorstände aus St. Godehard, St. Cornelius, St. Mariä Geburt und St. Hubertus mit dem Pastoralteam in einer Klausurtagung in St. Josef Kamperlings gleich für die nächsten zehn Jahre ein tragfähiges Strukturmodell auf den Weg gebracht. Das erklärte Ziel lautete, so Gemeindereferent Andreas Bodenbenner, "Unsere GdG 2026 - Mit meinem Gott überspringe ich Mauern". Die Gremienvertreter der Pfarreien lösten sich endgültig von einem Gemeindemodell, das auf einen einzelnen Priester zugeschnitten ist, und wagten mutig ein neues Zukunftsmodell. In jeder Gemeinde wird vor Ort ein Leitungsteam gebildet. Es besteht aus Mitgliedern des Pfarreirates und des Kirchenvorstandes, Pfarrei-Sekretärin sowie Gemeindeseelsorger/in. Die Position der Seelsorger wird durch Gemeindereferenten besetzt. In der GdG sind dafür fünf Stellen angesetzt (Hildegard Fother verlässt Kempen nach elf Jahren). Sakramente zu spenden, bleibt Priestern vorbehalten. Weil auch Ruheständler sich weiterhin einbringen, kann die Kommunion am Sonntag gespendet werden. Dafür werden Laien immer stärker in die Liturgie und Predigt von Wortgottesdiensten eingebunden. Auch Beerdigungen begleiten sie. Die GdG verspricht, alle sechs Kirchen zu erhalten. Dafür übernimmt ein Solidarfonds Mittel, die das Bistum einspart.

Quelle: RP
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