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Stadt Willich
Neersener Kinderzug wird an Pfingsten nachgeholt

Stadt Willich. Die Sturmwarnung warf die Pläne durcheinander. Kinderprinzessin Kim I. präsentierte sich auf dem Minoritenplatz.

"Es hat bei ihr schon ein paar Tränen gegeben, als sie von der Absage erfuhr", sagte gestern im Wahlefeldsaal Andreas Görgens. Er ist der Vater der Willicher Kinderprinzessin Kim I. Der Kinder-Rosenmontagszug sollte eigentlich für die Elfjährige und ihre Minister Laura und Bastian der größte Tag in der Session werden - bis die Sturmwarnung auch diesen Umzug ausfallen ließ. Er soll jetzt im Rahmen des Kinderfestes der St.-Sebastianus-Bruderschaft am Pfingstsamstag, 23. Mai, um 14.11 Uhr nachgeholt werden.

Der Prunkwagen der Prinzessin stand auf dem Minoritenplatz. Und Kim ließ es sich hoch oben auf ihrem Schloss mit Laura und Bastian nicht nehmen, die Kamelle oder Blömche unter das Volk zu werfen. "Volk" - das waren diesmal nicht die Zaungäste, sondern die Aktiven selbst, die dann im sturmfreien Wahlefeldsaal feierten. Nur "Fußvolk" war indes Stadtprinz Uwe I., der eigentlich im Zoo der Prinzengarde als Königspinguin mitlaufen wollte.

"Ordnungsamt, Feuerwehr und Polizei haben uns dringend geraten, den Zug nicht ziehen zu lassen", sagte "Schlossgeister"-Vorsitzender Detlev Nicola. Gegen 11 Uhr kam dann das Aus, für das viele Befragte gestern Verständnis zeigten. "Hinterher ist man immer schlauer, aber nicht auszudenken, wenn dabei den Kindern etwas passiert wäre", sagte stellvertretend für viele Akteure Andreas van der Sant, der eigentlich mit seinen "Kindsköpp" mitziehen wollte.

Auch die Straßengemeinschaft "Am Tanneböschke" mit ihrer Vorsitzenden Karin Muschik, die seit 37 Jahren mitmacht, musste sich mit ihrem "Märchenwald" im Wahlefeldsaal einquartieren. Wie übrigens auch Besucher aus Syrien oder Afghanistan: Zahlreiche Flüchtlinge kamen kurz mal von der Niershalle rüber und schauten sich verwundert und vergnügt die Kostümierten an.

Einen klitzekleinen Umzug gab es dennoch. Einige als hübsche Spinnenfrauen verkleidete Mitglieder des Vereins "Niersbienen" steuerten mit einem Bagagewagen auf den vermeintlichen Startpunkt zu und warfen den wenigen Zaungästen Kamelle zu.

Im Saal wurde es richtig voll und gemütlich. Dort lagen sich Lokomotivführer, Harlekins oder die große Zirkusfamilie der "Echten Frönde" mit Zirkusdirektor Günter Reif und Dompteur Thomas Mayer in den Armen. Die entsprechende Musik legte DJ Alfred Wutschke auf.

Es waren sogar Jecke aus Neuwerk gekommen. Sie hatten am frühen Morgen erfahren, dass dort kein Zug zieht, und waren ausgewichen. Ergebnislos. Mittendrin, diesmal als "Krümelmonster", war erneut die Großfamilie Grapentin. Chef war der 70-jährige Hans-Werner Grapentin; außerdem als Krümel unterwegs seine Kinder Michaela und Manuela sowie seine 14-jährige Enkelin Pauline.

(schö)
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