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Willich
Willicher wegen Untreue auf Anklagebank

Willich. Vor dem Krefelder Amtsgericht begann gestern die Verhandlung gegen einen 45-jährigen Willicher. Dem Angeklagten wird Untreue und Urkundenfälschung in jeweils drei Fällen vorgeworfen. Von Sonja Stemes

Konkret wird dem Beschuldigten, der einige Jahre Prokurist und Mehrheitsgesellschafter eines Krefelder Veranstaltungs-Unternehmens war, vorgeworfen, zwischen 2009 und 2010 rund 143.000 Euro in bar von Geschäftskonten der Firma abgehoben und diese Gelder im Anschluss für "eigene Zwecke" verwendet zu haben. Zur Verdeckung der Taten soll er zudem an das Unternehmen adressierte Eingangsrechnungen gefälscht und diese zur Buchung einer dafür zuständigen Mitarbeiterin vorgelegt haben.

Der 45-Jährige bestreitet die ihm zur Last gelegten Taten. Die Anschuldigungen seien "nicht richtig". Er fühle sich vielmehr "hinters Licht geführt." Das Geld wäre nicht für private Zwecke, sondern für das Unternehmen abgehoben und ausgegeben worden, genauer gesagt für ein Partyzelt und das entsprechende technische Equipment.

Ein 49-jähriger Zeuge, der bis 2009 Geschäftsführer jener Firma - einer Diskothek - war, ergänzte, dass er mit dem Projekt nichts zu tun hatte, aber später hörte, dass das betreffende Partyzelt im Zillertal (Österreich) aufgestellt werden sollte. Aus den Plänen sei aber nichts geworden.

Ein 54-jähriger Zeuge, der für die Veranstaltungs-Firma Polsterarbeiten durchgeführt hatte, meinte jedoch, das Zelt hätte im Zillertal gestanden, habe dann aber, möglicherweise durch "stetigen Schneefall", erhebliche Schäden erlitten, sodass die Absicht, es als Partylocation zu nutzen, nie Realität geworden sei. "Ich war selbst nicht vor Ort, habe aber Fotos von dem schadhaften Zelt gesehen und wurde nach meiner Meinung gefragt, ob man es noch reparieren könnte", erläuterte der Zeuge. Seine Einschätzung hätten er und der Angeklagte auch schriftlich festgehalten.

Ganz anders sah die 45-jährige Buchhalterin, der damals die Rechnungen für Partyzelt und Equipment vorgelegt wurden, die Sachlage. Aus ihrer Sicht habe es sich bei den entsprechenden Dokumenten eindeutig um Fälschungen gehandelt: "Die Sachen sind, denke ich, nie angeschafft worden!"

Die Verhandlung wird am Dienstag, 7. Juni, 9 Uhr, Saal H 105, fortgesetzt.

Quelle: RP
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