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Wülfrath
Flüchtlingsheim Fliethe: zehn Häuser für 3,2 Millionen

Wülfrath. Die Fakten stehen: Die neu zu bauende Flüchtlings- und Asylbewerberunterkunft in der Fliethe an der Fortunastraße wird Platz für 160 Personen bieten. Es sind zehn Reihenhäuser mit jeweils 146 Quadratmeter geplant. Laut Rechnung der GWG wird das Projekt etwa 3,24 Millionen Euro kosten. Fertig sein und die ersten Menschen aufnehmen sollen die Gebäude im Sommer nächsten Jahres. Von Uwe Reimann

Die Zahl der Flüchtlinge steigt - auch in Wülfrath. Deshalb haben es Verwaltung und Politik eilig, den Neubau zu realisieren. Über vier Ausschüsse und abschließend im Rat am 29. September soll das Bauvorhaben abgesegnet werden. Es drängt, denn eine Analyse des Sozialamtes zeigt, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit 2016 nicht mehr genügend Kapazitäten zur Verfügung stehen.

Die bisherigen Flüchtlingsunterkünfte für Familien und Frauen (Wilhelmstraße, Kapazität: 52 Personen) sowie für Männer (In den Eschen, 62) sind nicht mehr tragbar. Im denkmalgeschützten alten Rathaus Wilhelmstraße besteht erheblicher Instandhaltungsrückstand.

Die Container "In den Eschen" weisen "nach nunmehr rund 24-jähriger Standzeit deutliche Verschleißerscheinungen auf", heißt es in der Vorlage. Die Stahlträgerkonstruktion zeige deutliche Korrosionsspuren. Sowohl GWG als auch die Untere Bauaufsicht gehen davon aus, dass der Bau nur noch maximal zwei bis drei Jahre nutzbar ist.

Die GWG hat das Gelände untersucht. Mit der Bebauung soll im hinteren Grundstücksbereich begonnen werden. Dazu ist zu Erschließungszwecken die Verlegung einer Kanalleitung sowie die Anlage einer Baustraße erforderlich. Sollten die Gebäude in Zukunft mal nicht mehr für Flüchtlinge notwendig sein, schlägt die GWG vor, die Gebäude später dem normalen Wohnungsbestand zuzuordnen.

Die Grünen plädieren für die Gesundheitskarte auch für die in Wülfrath lebenden Flüchtlinge. Das Gesundheitsministerium hat Rahmenverträge mit den Krankenkassen, damit Flüchtlinge eine Gesundheitskarte bekommen. Sie können dann einen Arzt aufsuchen, ohne vorher eine Bewilligung der Verwaltung einholen zu müssen. Das bedeute erhebliche Verbesserungen der Gesundheitsversorgung der Menschen, heißt es in ihrem Antrag. Auch für die Kommune bedeutet die Einführung eine Entlastung, da die Stadt nicht mehr einzeln genehmigen muss, außerdem die Bearbeitung und Abrechnung über die Krankenkassen geregelt sei.

Quelle: RP
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