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Wülfrath
Keine Furcht vor flitschigem Getier

Wülfrath. Für ihren Einsatz als Umweltschützerin, vor allem rund um Amphibien an der Rutzkauser Straße in Rohdenhaus, bekam Miriam Mundorf den Umwelt-Preis. Von Valeska von Dolega

Mildes Wetter ab etwa 8 Grad lockt Kröten, Frösche und Unken aus ihren Winterquartieren. Und weil die Amphibien auf dem Weg zu ihren Laichgewässern oft Straßen überqueren müssen, geraten sie schnell unter die Räder. Es sei denn, Miriam Mundorf ist in der Nähe. Die 18-Jährige ist Umweltschützerin und bekam jetzt für ihr Engagement vom BUND Kreis Mettmann den Umweltpreis verliehen.

"Es ist meine erste Auszeichnung", erzählt die Abiturientin, deren Berufsziel es ist, Veterinärmedizinerin zu werden. "Es ist schon etwas Tolles, wenn der Einsatz Anerkennung findet." Auf die Idee, Kröten und Co. bei deren Wanderung zu beschützen, kam sie als Sechsjährige durch ihren Vater Markus. Derlei Amphibien zu schützen ist für sie "selbstverständlich. Die gehören zum Ökosystem und wenn man sich nicht um sie kümmert, gibt es sie irgendwann nicht mehr." Einen Niedlichkeitsfaktor haben die Tiere nicht gerade, Angst sie anzufassen hat Miriam Mundorf nicht. Molche sind trocken, Frösche tatsächlich glitschig, beschreibt sie verschiedene Arten. Mit Handschuhen geschützt, greift sie sich die jeweiligen Exemplare, legt sie vorsichtig in entsprechende Eimer und transportiert sie weg von gefährlichen Straßen. Übrigens nicht allein, "meinen Freund Carlos konnte ich schon überzeugen, mitzumachen". Ihre beste Freundin Corinna ist ebenfalls mit von der Partie. Und weil eine der Strecken, an denen die Amphibien bevorzugt wandern von der aus Rohdenhausen nach Velbert verlaufenden Rutzkauser Straße entlang der Mettmanner Straße führt, ist hier außerdem ein Tempolimit geplant, wie Nicole Fangmann von den Technischen Betrieben Velbert sagt. Spielt das Wetter mit, soll ab Anfang März auf 400 Metern die Beschilderung zu einem Geschwindigkeitstrichter entstehen. Von Tempo 70 Stundenkilometer soll die Geschwindigkeit auf maximal 30 bis 40 km/h reduziert werden. Der Appell der Naturschützer an die Autofahrer, an den ausgeschilderten Stellen vorsichtig zu fahren, vor allem abends und nachts, soll damit Nachdruck verliehen werden. Zum Schutz der Tiere sollen außerdem Fangzäune aufgestellt werden, an denen die Tiere von der Straße ferngehalten werden. Tierschützer sammeln sie anschließend ein und tragen sie über die Straße. "Handarbeit ist unverzichtbar", beschreibt Mundorf die wichtigste Methode bei dieser Art von Tierschutz.

Quelle: RP
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