| 00.00 Uhr

Wülfrath/Mettmann
Schule: Diese beiden I-Dötze sind schon 22 Jahre alt

Wülfrath/Mettmann. Mory und Yonas strahlen um die Wette. Der Traum von einem Hauptschulschulabschluss ist für die beiden Flüchtlinge - die in Wülfrath und Mettmann wohnen - jetzt in greifbare Nähe gerückt.

Das Franz-Jürgens-Berufskolleg (FJBK) in Düsseldorf hat ein Modellprojekt zur Ausbildung unbegleiteter junger Flüchtlinge gestartet. Yonas und Mory haben dort ihre Chance erkannt und nicht locker gelassen. Gestern war es soweit, sie wurden eingeschult und sind nun beide ein Teil des Projekts.

Mory und Yonas, das sind zwei junge Asylbewerber aus Wülfrath und Mettmann, die ihr altes Leben in ihrer Heimat zurücklassen mussten. Wie viele deutsche Jugendliche, hatten auch sie Pläne und Träume von ihrem Leben in der Heimat. Doch alles kam anders. Auf sich alleine gestellt, mussten sie in Angst um ihr Leben, den gefährlichen Weg durch viele Länder bewältigen. Gestartet sind sie als Jugendliche, angekommen sind sie als Erwachsene. "Ihre Flucht hat nicht nur ihre Träume platzen lassen, sondern sie auch ihrer Jugend beraubt und letztlich wertvolle Lebenszeit verbraucht, die sie in ihre Ausbildung haben stecken wollen", sagt Jürgen Luckhardt, der als ehrenamtlicher Integrationshelfer in Wülfrath arbeitet.

Das Gefühl nicht willkommen und zum Nichtstun verdammt zu sein, haben beide seit ihrer Ankunft in Deutschland desillusioniert. Ihre Ausbildung, die sie in ihrer Heimat begonnen hatten, war nichts mehr wert. Mit Ein-Euro-Jobs und selbstbezahlten Sprachkursen hielten sie ihr Selbstwertgefühl in Balance. Beide hatten erkannt, dass die Beherrschung der deutschen Sprache, der Schlüssel ist, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können.

Nun liegen zwei harte Jahre des Lernens vor Ihnen. Am Ende winkt der Hauptschulabschluss mit der Chance auf eine Berufsausbildung im Metallbereich, freut sich Jürgen Luckhardt.

(wie)
Diskussion
Das Kommentarforum zu diesem Artikel ist geschlossen.