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Sonsbeck
Ex-Feuerwehrauto wird für "Zündkerze" versteigert

Sonsbeck. Will Voß hat den ehemaligen Löschwagen jahrelang für den "Jumborun" zur Verfügung gestellt: "Einmal muss gut sein." Von Rita Hansen

Es ist Willi Voß anzusehen, dass ihm der Abschied schwerfällt. "Das Auto braucht eine trockene Garage und viel Zuwendung. Das kann ich zeitlich einfach nicht mehr leisten", sagt der Inhaber des Kfz-Meisterbetriebes. "Wir haben den Mercedes 408 jetzt seit rund zehn Jahren und unzählige Stunden Arbeit in den Wagen gesteckt", sagt er wehmütig. Viele Erinnerungen hängen an dem feuerroten ehemaligen LF 8, der in den vergangenen Jahren als große Werbetafel unterwegs war.

Voß' Sohn Christian erinnert sich an Kindergeburtstagsfahrten und Abholtouren von Karnevalszügen. Sein Vater kann sich das Grinsen nicht verkneifen, als er sich die nächtliche "La-Le-Lu"-Tour mit dem Stammtisch oder eine nächtliche Grippeimpfung hinten im Wagen ins Gedächtnis ruft. "Es ist einfach urig, wenn man mit dem Fahrzeug fährt." Höchsttempo 95 und ein Fahrgeräusch, das der Noch-Besitzer lachend mit "Höllenlärm" bezeichnet, sind auf alle Fälle was Besonderes. Das weiß nicht nur die Familie Voß.

Auch Gregor Joosten vom Unternehmen Zündkerze hängt an dem Oldtimer, Baujahr 1969. Seit sieben Jahren stand das ehemalige Löschfahrzeug den Zündkerzlern für den Jumborun, wie die jährliche Motorradausfahrt mit behinderten Menschen genannt wird, zur Verfügung. "Ursprünglich war das Fahrzeug als Besenwagen geplant, mit dem wir liegengebliebene Teilnehmer einsammeln", so Gregor Joosten.

Inzwischen gibt es Beifahrerteilnehmer, die auf dem Anmeldezettel "Beiwagen" und "Solomaschine" durchstreichen und "Feuerwehrauto" hinschreiben. Daher hat Willi Voß den 3,5-Tonner bisher nicht abgegeben: "Ich habe den Wagen nur für Zündkerze behalten." In diesem Jahr wird der Jumborun (Samstag, 24. Juni) ohne das begehrte Fahrzeug starten. Der Zwei-Liter-Benziner mit der nicht eingetragenen Gasanlage soll bei Ebay zugunsten des Unternehmens Zündkerze versteigert werden.

Wirklich vorstellen, dass das rote Auto künftig nicht mehr auf der gegenüberliegenden Straßenseite stehen wird, kann sich bisher niemand. "Aber einmal muss es gut sein", sagt Willi Voß - und streicht sanft mit der Hand über den Lack. Ganz auf ein feuerrotes Auto müssen die Teilnehmer am 24. Juni aber nicht verzichten. "Die Freiwillige Feuerwehr hat uns ihre Unterstützung für die Ausfahrt zugesagt", erzählt Gregor Joosten dankbar.

Quelle: RP
 
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