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Xanten
Pater zaubert im Kloster für die Steyler Missionare

Xanten. Es wurde eng in der Cafeteria der Fazenda da Esperanca im Kloster Mörmter, und das hatte einen guten und lustigen Grund: Pater Hermann Bickel war da, der Zauberpater aus Rheine, der für die Steyler Mission unterwegs ist und auf zauberhafte Weise Geld für die Aufgaben der Missionare sammelt: "Schieb nichts auf die lange Bank, schieb' es auf die Steyler Bank". Pater Edgar Fritsch, der in jungen Jahren Kaplan in Rheine war, hat den Zauberpater nach Xanten geholt.

"Unterm Tisch ist auch noch Platz", rief Pater Bickel (77) den Gästen zu, "kommen Sie mit ihrem Stuhl ruhig 'rein, dann sehen wir Ihren Stuhlgang". Dass er eine Schwäche für Heinz Erhardt hat, war schnell deutlich: Ein Kalauer löste den anderen ab, witzige Anekdoten und Wortspielereien sorgten immer wieder für Lacher im Publikum. "Dass die so doof waren, hätte ich auch nicht für möglich gehalten", so Bickel an die Adresse der Briten, die für einen Austritt aus der Europäischen Union votiert hatten. Sprach's, machte die 18-jährige Katharina Geroschus zu seiner Zauber-Gehilfin und zog mit ihr eine Flagge nach der anderen aus seiner Zauberdose - jede Flagge steht für eines der 80 Länder, in denen die Steyler Missionare tätig sind. Früher, sagt er, hieß im Gottesdienst immer ,Wir sammeln uns zum Gebet', heute ,Wir sammeln vorm und nach dem Beten'." Und in Zukunft: "Wir sammeln ohne zu beten'." 56 Jahre ist es her, dass der Pater aus Rheine schwer erkrankte, bettlägerig war und aus Langeweile in einem Zauberbuch las.

Und das ist gut so: Aus seinen Augen blitzt der Schalk, wenn er Eheringe verschwinden lässt oder ein Stoffkaninchen aus seiner Zauberdose zieht. "Es ist gesund, sich krankzulachen"- wenn man Pater Hermann Bickel so sieht und erlebt, dann glaubt man ihm sein Lebensmotto sofort.

(jas)
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