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SVN darf sich wieder Oberligist nennen

Lokalsport: SVN darf sich wieder Oberligist nennen
Feuchter Jubel im Aufsteiger-Hemd: Abteilungsleiter Wilfried Zech verpasst den Handballern des SV Neukirchen eine Sektdusche. FOTO: Pottgiesser
Kreis. Handball-Verbandsliga: Nach dem 28:24-Erfolg über die HSG Wesel durften die Schützlinge von Spielertrainer Jörg Förderer kräftig feiern. Die Moerser Adler HSG holte in Vorst zwei immens wichtige Punkte im Abstiegskampf. Von Michael Bluhm

In den letzten Minuten gab es bereits stehende Ovationen auf der Tribüne. Mannschaft und Zuschauer genossen gemeinsam die außergewöhnliche Atmosphäre. Die Handballer des SV Neukirchen feierten zwar nicht den Titelgewinn - aber dem Verein ist der Aufstieg in die Oberliga nicht mehr zu nehmen. Die Schützlinge um Spielertrainer Jörg Förderer besiegten in der Julius-Stursberg-Halle die HSG Wesel mit 28:24 (15:9). Und so gab es nach dem Schlusspfiff kein Halten mehr.

Die Stimmung war prächtig. Jeder feierte ein wenig anders - die einen lautstark und tänzerisch, die anderen eher ruhig, besonnen mit einem genießerischen Grinsen im Gesicht. Und Jörg Förderer fand im Nachhinein - triefend nass von Schweiß und Sekt - dann auch nur lobende Worte: "Wir haben es geschafft. Der Aufstieg ist verdient, eine tolle Sache für den Verein, die Mannschaft und die Fans."

Das Spiel gegen Wesel gestaltete sich über weite Strecken sehr wechselseitig. Es gab gute, wie auch nicht so schöne Momente. Neukirchen kam schwer in die Gänge, musste aber auch beim Stand von 2:4 durch den frühzeitigen Ausfall von Jens Beutelt nach einem Schlag ins Gesicht umstellen. Das Team konnte sich aber auf seine kämpferischen Qualitäten verlassen. Die gute Einstellung zeigte Wirkung. Die Defensivabteilung stand sicher - vorne fruchteten etliche Wechsel wie auch das druckvolle Spiel in die gegnerischen Lücken. Neukirchen bekam einen stark nachlassenden Gegner zunehmend in den Griff. Die Blau-Gelben blieben auch nach dem Seitenwechsel zunächst in der Spur.

Die SVN-Spieler boten gleich mehrfach schön anzuschauende Angriffe mit konsequenten Abschlüssen. Wesel fehlten die Ideen. Insbesondere im Angriff blieb vieles Stückwerk. Neukirchen ließ jedoch in der Schlussphase völlig unnötig die Zügel schleifen, vertändelte somit ein durchaus höheres Ergebnis. Doch am Ende durfte die Mannschaft ordentlich feiern - dem Vernehmen nach bis tief in die Nacht.

Es hätte auswärts nicht besser laufen können: Die Moerser Adler HSG machte unverhofft einen Riesenschritt in Richtung Klassenerhalt. Die Mannschaft um Interimstrainer Rolf Pitzen siegte völlig überraschend beim favorisierten TV Vorst mit 32:31 (15:21). Zudem unterlag der Tabellenletzte TV Jahn Hiesfeld, so dass Moers nun vier Spieltage vor dem Meisterschaftsende ein sattes Fünf-Punkte-Polster auf die "Veilchen" besitzt - dazu kommt noch der bessere direkte Vergleich.

Der Gast gestaltete die Startphase ausgeglichen mit guter Struktur und Ruhe in den Aktionen. Dann allerdings folgte ein krasser Bruch. Das Team verlor den Faden, produzierte zahlreiche Fehler und agierte daraufhin überhastet. Selbst in der Deckung machte eine zuvor durchaus gute Aggressivität einer unerklärlichen Passivität Platz.

Umstellungen folgten, aber der gewünschte Erfolg ließ noch lange auf sich warten. Die Adler waren nicht in der Lage, den Schalter umzulegen und lagen in der 41. Minute eigentlich noch hoffnungslos mit 19:26 im Hintertreffen. Doch genau in dieser Phase wachten die Adler auf: Die Spieler waren nun präsent, ausgelöst von einigen starken Paraden von Torwart Benedikt Thissen. Die Mannschaft präsentierte sich selbstbewusst und erstarkt. Moers kämpfte fortan auf hohem Niveau. Die Deckung glich einem Bollwerk. Im Angriff lief der Ball schnell und effektiv durch die Reihen mit eiskalten Abschlüssen. Die Moerser Adler HSG drehte diese Begegnung noch und holte sich die zwei immens wichtigen Punkte.

"Unsere Aufholjagd war toll", lobte Coach Pitzen und meinte weiter: "Dies gelang aufgrund einer geschlossenen Mannschaftsleistung. Benedikt Thissen und Matthias Boschheidgen sind besonders zu erwähnen."

Quelle: RP
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