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Kreis
Volksbanken sprechen über eine Kooperation

Kreis. Der Voba-Rhein-Lippe-Vorstand bestätigt die Überlegungen mit Kleve. Das Filialnetz in Wesel sei sicher bis 2018. Von Klaus Nikolei

WESEL Der unbedarfte Bürger reibt sich verwundert die Augen. Nach der plötzlichen, in Windeseile eingestielten Fusion der gesunden Weseler Verbands-Sparkasse und der stark defizitären Dinslakener Sparkasse, deutet jetzt vieles darauf hin, dass demnächst auch die Volksbank Rhein-Lippe mit der Volksbank Kleverland eng zusammenarbeiten (RP berichtete). "In zwei bis drei Monaten wird eine Entscheidung fallen, ob wir kooperieren und danach vielleicht fusionieren, oder ob wir eigenständig bleiben", erklärte Ulf Lange, Vorstandsmitglied der Volksbank Rhein-Lippe mit Hauptsitz am Großen Markt in Wesel, auf Anfrage der Rheinischen Post. Er und seine Vorstandskollegen Gerhard Wölki und Gerd Hüsken haben gestern Abend bei der Vertreterversammlung in der Weseler Niederrheinhalle offiziell über den Stand der Verhandlungen mit Kleve informiert. Sie erklären, dass man derzeit "völlig ergebnisoffen" den Abschluss einer Kooperationsvereinbarung prüfe.

Eine Frage, die auf den Nägeln brennt, dürfte die nach der Filialstruktur sein. "Bis 2018 wird sich an der Zahl der Filialen nichts ändern. Möglicherweise müssen wir aber über Änderungen der Öffnungszeiten sprechen", so Lange. Diese Überlegungen hätten aber nichts mit den Kooperationsgesprächen zu tun, versichert er.

Dass sich die beiden Genossenschaftsbanken in Zeiten eines rasant wandelnden Marktes über eine mögliche Fusion unterhalten, wundert Friedrich-Wilhelm Häfemeier, Vorstandsvorsitzender der Weseler Verbands-Sparkasse, nicht. "Das ist durchaus nachvollziehbar. Wenn man Zukunft gestalten will, muss man aus alten Denkmustern raus", sagte er auf Anfrage. Der Strukturwandel, so Häfemeier weiter, treffe beide Weseler Häuser - seines und das des Mitbewerbers. Und da heiße es: "Entweder ich gestalte oder ich werde gestaltet." Auf das Thema "Filialnetz" angesprochen, erklärt Häfemeier, dass sich die anstehenden "Veränderungen langfristig positiv auf die Filialstandorte auswirken werden." Das allerdings wird von Insidern stark bezweifelt werden.

Zurück zur Volksbank Rhein-Lippe. Was nach Ansicht von Ulf Lange für die Aufnahme der Kooperationsgespräche mit Kleve spreche, seien vor allem zwei Dinge: "Zum einen die Bewältigung von aufsichtlichen und regulatorischen Anforderungen, die bislang jede Bank für sich allein umsetzen muss. Zum anderem geht es um die Frage, wie man Marktpotenziale vor Ort heben kann. Der Einsatz von Spezialisten ist in einer größeren Einheit womöglich besser umsetzbar." Ihm ist wichtig zu betonen, dass die Volksbank Rhein-Lippe "auch alleine zukunftssicher und stabil aufgestellt ist. Gleichwohl müssen wir uns mit der Anfrage aus Kleve verantwortungsvoll beschäftigen."

Quelle: RP
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