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Illegaler Bergbau
Amazonas mit Quecksilber verseucht - Notstand in Peru

Amazonas mit Quecksilber verseucht - Notstand in Peru
Das betroffene Gebiet ist größer als Bayern. FOTO: dpa, pai sab
Lima. In Peru hat die Regierung den Notstand für ein 85.000 Quadratkilometer großes Gebiet im Amazonas ausgerufen. Dort sind Böden und Gewässer durch illegalen Bergbau mit Quecksilber verseucht.

Zum Vergleich: Bayern hat als größtes deutsches Bundesland etwa 70.550 Quadratkilometer. Rund 40 Prozent der 110.000 Einwohner des östlichen Departements Madre de Dios seien von der vom illegalen Bergbau verursachten Verseuchung betroffen, erklärte Umweltminister Manuel Pulgar Vidal am Montag.

"Die Folgen des illegalen Bergbaus in Madre de Dios werden uns über die kommenden 80 Jahre begleiten", sagte der Minister unter Berufung auf einen Bericht der Katastrophenschutzbehörde Indeci. Die Verseuchung der Flüsse führe etwa zu einem hohen Quecksilber-Vorkommen bei Fischen, der Hauptnahrung der örtlichen Bevölkerung.

Die Gesundheitsbehörden hatten bereits im Januar bei dem viel gefischten Gefleckten Silberantennenwels Quecksilber-Dosierungen von fast dem Doppelten der maximal zugelassenen Werte festgestellt. Der Fischkonsum aus lokalen Gewässern wurde verboten. Die Behörden wollen Lebensmittel unter der Bevölkerung verteilen. Ein Feldkrankenhaus soll in Madre de Dios eingerichtet werden, um den Gesundheitszustand der Einwohner zu überprüfen.

In dem Departement im peruanischen Amazonas-Gebiet leben mehrere indigene Völker. Im 280 000 Hektar großen Naturschutzgebiet Tambopata und dessen unmittelbarer Umgebung sind nach Satellitenaufnahmen in den vergangenen fünf Jahren rund 9000 Hektar Wald zerstört worden.

Die Regierung hat in den letzten Wochen das Militär eingesetzt, um den illegalen Bergbau in Tambopata zu verhindern. Nach offiziellen Schätzungen gibt es in Peru rund 400 000 illegale Bergarbeiter.

(hebu/dpa)
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