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Gesteinsmassen rutschen in Tal
Acht Vermisste nach Bergrutsch in der Schweiz

Graubünden: Acht Vermisste nach Bergsturz in der Schweiz
Der Großteil des Dorfes blieb unbeschädigt. Die Gesteinsmassen rauschten an den Häusern vorbei FOTO: dpa, tk lem kde
Bondo. Nach einem Bergrutsch im Südosten der Schweiz werden acht Menschen vermisst, darunter offenbar auch Deutsche. Das teilte die Kantonspolizei mit. Das Unglück ereignete sich bereits am Mittwoch in der Region Val Bondasca im Kanton Graubünden.

Nach einem Bergrutsch im Schweizer Kanton Graubünden bangen rund 100 Menschen um ihr evakuiertes Dorf Bondo. Experten wollen am Donnerstag entscheiden, ob die Bewohner in ihre Häuser zurückkehren dürfen. Am 3369 Meter hohen Piz Cengalo hinter Bondo hatten sich am Mittwoch Gesteinsmassen gelöst und waren ins Tal hinabgerauscht.

Es rutschten nach Schätzungen bis zu vier Millionen Kubikmeter Geschiebe mit Schlamm mit größeren Gesteinsbrocken nach. Das ist mehr, als die Außenalster in Hamburg an Volumen fasst. Die graue Masse schob sich direkt an den Häusern des Ortes vorbei, wie dramatische Bilder zeigten. Zwei Ställe wurden beschädigt.

Verletzt wurde niemand. Im Dorf gibt es ein Alarmsystem, das vor dem Murgang, wie das Geschiebe heißt, gewarnt hatte. Allerdings werden laut Polizei offenbar acht Menschen, darunter auch Deutsche, vermisst. Die Wanderer waren in den Schweizer Alpen unterwegs. Sie wurden am Donnerstag vermisst, wie die Kantonspolizei in Graubünden mitteilte. Polizei und Angehörige konnten die Wanderer im Bondasca-Tal telefonisch nicht erreichen.

Vermisste waren nicht zusammen unterwegs

Die acht Vermissten seien nicht zusammen unterwegs gewesen, sagte Einsatzleiter Andrea Mittner. Er präzisierte nicht, wie viele Vermisste jeweils aus den drei Ländern stammten. Geprüft werde noch, ob fünf bis sechs weitere Vermisste zum Zeitpunkt des Felssturzes ebenfalls in dem Tal unterwegs waren. Nach den Vermissten werde mit Hubschraubern gesucht.

Eine zweite Wanderergruppe, die auch in dem Tal in Graubünden vermutet und vermisst gemeldet worden war, tauchte inzwischen unversehrt in Italien auf, wie eine Sprecherin der Polizei im Kanton Graubünden bestätigte.

Experten hatten den Bergrutsch erwartet, seien aber von den mitgeschwemmten Wassermassen überrascht worden, berichtete die Lokalzeitung "Engadiner Post". Bondo liegt an der Grenze zu Italien, rund 35 Kilometer südwestlich von St. Moritz.

(mro/dpa)
 
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