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Mindestens 30 Tote bei Protesten
Indischer Guru wegen Vergewaltigung verurteilt

Indischer Guru wegen Vergewaltigung verurteilt, 30 Tote bei Protesten
Der Guru zeigt sich häufig auf einem Motorrad und trägt gern funkelnden Schmuck. FOTO: ap, TT
Neu Delhi. Der extravagante Guru Gurmeet Ram Rahim Singh hatte zwei seiner Fans vergewaltigt und wurde dafür in Indien verurteilt. Bei Protesten seiner Anhänger starben mindestens 30 Menschen.

Bei Ausschreitungen nach dem Vergewaltigungsurteil gegen einen prominenten Guru sind im Norden Indiens mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen. Die Richter in der Stadt Panchkula im Bundesstaat Haryana hatten am Freitag laut indischen Medien den selbsternannten "Gottmann" Gurmeet Ram Rahim Singh für schuldig befunden, am Hauptsitz seiner spirituellen Organisation Dera Sacha Sauda zwei Frauen vergewaltigt zu haben. Das Strafmaß soll am kommenden Montag verkündet werden.

Tränengas und Wasserwerfer

Hunderttausende aufgebrachte Anhänger des 50-jährigen Sikhs protestierten gegen den Schuldspruch. Sie verwüsteten in den Bundesstaaten Punjab und Haryana Bahnhöfe, Tankstellen und zündeten Übertragungswagen von Fernsehsendern an, wie indische Medien berichteten. Die Polizei ging mit Tränengas und Wasserwerfern gegen die Randalierer vor.

Hunderttausende Anhänger protestierten gegen das Urteil. FOTO: afp, MS

Punjab und Haryana sind die Hochburgen der spirituellen Bewegung des Gurus. In Panchkula habe die Polizei Straßensperren eingerichtet und drei Sportstadien als provisorische Gefängnisse für den Fall von Massenverhaftungen beschlagnahmt. Schulen und Büros blieben geschlossen, Busse und Züge standen still. Die Polizei von Haryana habe zur Vorbeugung weiterer Unruhen für die nächsten drei Tage die Abschaltung mobiler Datendienste und des Internets angeordnet.

Weitere Verfahren wegen Mord und Kastration

Der 50-jährige Ram Rahim ist ein selbsternannter Heiliger und Anführer der spirituellen Organisation "Dera Sacha Sauda" (etwa: Sekte des wahren Geschäfts), die auch politischen Einfluss hat. Die Gruppe hat nach eigenen Angaben 60 Millionen Mitglieder. Ihnen predigt Ram Rahim unter anderem Meditation, organisiert soziale Projekte und Umweltaktionen.

Er zeigt sich häufig auf einem Motorrad und trägt gern funkelnden Schmuck. Er ist auch Popsänger und hat Action-Filme mit sich selbst in der Hauptrolle als "Bote Gottes" gedreht. In anderen Verfahren muss er sich derzeit auch wegen des Vorwurfs des Mordes an einem Journalisten sowie an einem Mitarbeiter seiner Sekte sowie wegen der Anstiftung zur Kastration von 400 seiner Anhänger vor der indischen Justiz verantworten.

(veke/dpa/KNA)
 
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