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Nahost-Konflikt
Zwei Israelis wegen Mordes an Palästinenser verurteilt

Jerusalem: Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern eskaliert weiter
Jerusalem: Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern eskaliert weiter FOTO: ap
Jerusalem. Der grausame Mord an einem 16-jährigen Palästinenser löste im Sommer vergangenen Jahres Entsetzen aus. Drei jüdische Extremisten verbrannten den Jugendlichen bei lebendigem Leib. Jetzt kam das Urteil gegen sie.

Knapp eineinhalb Jahre nach dem brutalen Mord an einem palästinensischen Teenager hat ein Jerusalemer Gericht zwei Israelis verurteilt. Zum Zeitpunkt der Tat waren sie noch minderjährig. Auch der erwachsene Hauptangeklagte sei im Juli 2014 an der Entführung und Verbrennung von Mohammed Abu Chedair beteiligt gewesen, befand das Bezirksgericht nach Medienberichten. Wegen einer möglichen psychischen Störung wurde jedoch zunächst keine Verurteilung gegen den 31-Jährigen ausgesprochen.

Als Rache für den Mord an drei israelischen Jugendlichen hatten die drei Angeklagten den 16-jährigen Palästinenser bei lebendigem Leib verbrannt, wie das Gericht feststellte. Der Tod des Jugendlichen aus dem arabischen Ostteil Jerusalems löste damals gewalttätige Proteste aus. Der Mord an den drei jüdischen Teenagern und an Abu Chedair gilt als einer der Auslöser des letzten Gaza-Kriegs. Der Staat Israel hat den ermordeten Palästinenser offiziell als Terroropfer anerkannt.

Fotos: Unruhen am Tempelberg in Jerusalem FOTO: afp, HB/EIS

Das Strafmaß für die Verurteilten sollte zu einem späteren Zeitpunkt verkündet werden. Das Urteil gegen den erwachsenen Angeklagten sei wegen eines psychiatrischen Gutachtens aufgeschoben worden, hieß es.
Das Dokument sei erst wenige Tage vor der Urteilsverkündung eingereicht worden und besage, dass der Einwohner einer israelischen Siedlung zur Zeit des Mordes nicht zurechnungsfähig gewesen sei.

Arabische Abgeordnete im israelischen Parlament kritisierten den Aufschub am Montag scharf. "Wenn es um jüdischen Terror geht, zeigt der Staat Vergebung und Verständnis", sagte Aiman Auda, dessen arabisch-israelisches Parteienbündnis in diesem Jahr drittstärkste Kraft in der Knesset wurde, nach Angaben der "Jerusalem Post".

Der Vater des Mordopfers, Hussein Abu Chedair, sagte der palästinensischen Nachrichtenagentur Maan: "Ich werde es nicht akzeptieren, wenn sie weniger als lebenslänglich bekommen und fordere, dass ihre Häuser zerstört werden." Im Falle eines milden Urteils wolle er sich dafür einsetzen, dass die Täter vor dem internationalen Strafgerichtshof belangt werden.

(lsa/dpa)
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