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Papst will Kirche von "Sexbesessenheit befreien"

Papst will laut Insider Kirche von "Sexbesessenheit befreien"
FOTO: dpa, frr ms era vfd
Weingarten. Auch wenn in Rom einige offenen Widerstand gegen den Papst leisten, will er große Veränderungen einleiten. Dabei will er, wie ein Vatikanist berichtet, etwas gegen die "Sexbessenheit" der Kirche unternehmen und dabei soll es nicht nur um Fälle sexuellen Missbrauchs gehen.

Papst Franziskus hat nach den Worten des italienischen Vatikan-Journalisten und Buchautors Marco Politi "viele Baustellen eröffnet". Als Beispiele nannte er die Gründung des Kardinalsrates zur Kurienreform mit Bischöfen aus allen Kontinenten, die Familiensynode zum Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen und das Gericht, vor das Bischöfe kommen können, wenn sie Fälle sexuellen Missbrauchs zu vertuschen versucht haben.

Politi erwähnte zudem die Kommission zum Frauendiakonat und die Veränderungen bei der Vatikanbank. Insgesamt wolle Franziskus die Kirche von ihrer "Sexbesessenheit befreien". Der Papst ist sich nach Einschätzung des Autors bewusst, dass er mit seinen Positionen innerhalb der vatikanischen Strukturen vielfach gegen eine Mehrheit stehe. Politi schätzte, dass in Rom 20 Prozent auf der Seite des Papstes ständen und 10 Prozent offen Widerstand leisteten. 70 Prozent "warten einfach auf den nächsten Papst".

Miss Germany trifft den Papst FOTO: ap

Politi sprach am Freitagabend bei einer Veranstaltung der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart über "Das Ende des Papst-Kaisertums - Franziskus als Jünger Jesu". Im Unterschied zur Zeit des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) sieht Politi heute keine breite Reformbewegung in der katholischen Kirche. Es gebe dagegen "viel Passivität". Franziskus sei sich bewusst, dass er mit seinem Leitungsstil zwar säe, aber nicht die Ernte einfahren werde. Der 79-Jährige setze viele Fragezeichen und öffne so bislang verschlossene Türen.

(KNA)
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