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Lenin-Statue in "Star Wars"-Figur verwandelt
"Darth Vader" tritt bei Kommunalwahlen in der Ukraine an

Star Wars: "Darth Vader" tritt bei Kommunalwahlen in der Ukraine an
Statt Lenin steht seit kurzem "Darth Vader" auf diesem Sockel. FOTO: afp, ss/vel
Odessa. Kurz vor dem Start des neuen Teils der legendären Science-Fiction-Filmreihe "Star Wars" hat die dunkle Seite der Macht in der Ukraine zugeschlagen: Nach Plänen des Künstlers Alexander Milow wurde im südlichen Odessa eine Statue von Sowjetführer Wladimir Iljitsch Lenin in ein Abbild des Bösewichts Darth Vader verwandelt.

"Mir gefiel die Idee nicht, die Statue zu zerstören", sagte Milow bei der Einweihung am Freitag. Das Monument auf einem Fabrikgelände in Odessa sollte eigentlich zerstört werden. Ein im Mai beschlossenes Gesetz sieht vor, dass in der Ukraine sämtliche Referenzen an die Zeit der Sowjetherrschaft aus der Öffentlichkeit getilgt werden sollen - etwa Statuen, Orts-, Straßen- und Fabriknamen. Landesweit wurden seither zahlreiche Lenin-Statuen niedergerissen.

"Darth Nikolajewitsch Vader" tritt in Odessa an

Bei den Kommunalwahlen in der Ukraine tritt auch Darth Vader an. 61 Kandidaten wollen die "dunkle Seite der Macht" in der Politik repräsentieren: Der Darth-Vader-Block, benannt nach dem gleichnamigen Schurken im Weltraum-Epos "Star Wars" (Krieg der Sterne), ist zwar eine Jux-Initiative, wurde aber im Juni vom Justizministerium als Partei registriert. Hochburg der früheren Partei der Studenten ist die Hafenstadt Odessa. Dort drängen 48 Kandidaten einschließlich eines gewissen Meister Yoda in den Stadtrat.

Darth Vader im ukrainischen Wahlkampf 2014 FOTO: ap

Der Bewerber Darth Nikolajewitsch Vader soll Bürgermeister werden. Auch in der Hauptstadt Kiew, den südukrainischen Hafenstädten Mykolajiw und Cherson sowie in der ostukrainischen Millionenstadt Charkiw steht der dunkle Lord zur Wahl. Die Filmfigur Darth Vader nimmt nicht zum ersten Mal an Wahlen in dem osteuropäischen Land teil.

Schon bei den Parlamentswahlen und den vorgezogenen Bürgermeisterwahlen in Kiew und Odessa 2014 erregte die Internetpartei mithilfe der Science-Fiction-Figur Aufsehen. Doch seit ihr früherer Kopf Dmitri Golubow für die Präsidentenpartei Block Petro Poroschenko im Parlament sitzt, entfallen professionell gemachte Werbespots und Auftritte mit Lichtschwert und Kostüm. Der Darth-Vader-Block hat nicht mal mehr einen eigenen Internetauftritt.

(AFP/dpa)
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