| 20.34 Uhr

Verleihung in Stockholm
Weißhelme und Cumhuriyet erhalten Alternativen Nobelpreis

Stockholm: Weißhelme und Cumhuriyet erhalten Alternativen Nobelpreis
Alternativer Nobelpreis: Die diesjährigen Preisträger von links: Svetlana Gannushkina, zwei weibliche Repreäsentanten der Cumhuriyet und Raed al-Saleh, Chef der Weißhelme. FOTO: afp, MOB
Stockholm. In Stockholm sind am Freitagabend vier Preisträger mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet worden. "Es sind Menschen, die trotz aller Widrigkeiten für die grundlegenden Rechte auf Leben, Gleichheit, Bildung und Meinungsfreiheit kämpften."

Das sagte der Gründer des Right Livelihood Award, Jakob von Uexkull. "Sie haben keine Angst, den Mächtigen die Wahrheit zu sagen." Der Right Livelihood Award wird traditionell an Kämpfer für Menschenrechte, Umweltschutz und Frieden vergeben. In diesem Jahr gab es vier Gewinner, die sich das Preisgeld von drei Millionen schwedischen Kronen (rund 313.000 Euro) teilen müssen.

Doch nicht alle Preisträger konnten die Auszeichnung bei der Zeremonie im Vasa-Musum persönlich entgegennehmen. Die ägyptische Frauenrechtlerin Mozn Hassan durfte nicht nach Schweden reisen. Sie wurde per Video zugeschaltet und sagte, die Auszeichnung bedeute für sie, dass die Welt Feministinnen in Ägypten nicht als Randfiguren, sondern als wesentliche Akteure für den Wandel wahrnehme.

Auch die Journalisten der türkischen Oppositionszeitung "Cumhuriyet" konnten nicht persönlich an der Verleihung teilnehmen. Sie sitzen wegen Terrorverdachts im Gefängnis. Zeynep Oral, die Präsidentin der türkischen Pen-Gesellschaft, die die Auszeichnung stellvertretend entgegennahm, sagte: "Der Preis zeigt, dass wir nicht allein sind in diesen schwierigen Zeiten, die von Aggression und Gewalt dominiert sind. Dass wir keine Angst haben sollten." Die Auszeichnung zeige der ganzen Welt, dass sie nicht aufgeben und ihre Werte nicht verleugnen werden, weil sie unterdrückt werden, so Oral.

Raed al Saleh von der syrischen Hilfsorganisation Weißhelme sagte, er nehme die Auszeichnung stellvertretend für die syrischen Zivilisten entgegen, die jeden Tag schrecklichen Bombenangriffen ausgesetzt sind. Hinter den Weißhelmen stecken 3000 Freiwillige, die Verletzte aus Bombentrümmern retten und die Infrastruktur wieder instandsetzen.

Die Russin Svetlana Gannushkina, die in ihrer Heimat Flüchtlingen hilft, warnte vor den rechten, politischen Kräften in der Welt. Sie würden mit Anti-Einwanderungs-Slogans vorgeben, ihre Landsleute schützen zu wollen. "Radikalisierung ist eine ernsthafte Herausforderung an die zivile Gesellschaft", sagte sie.

(felt/dpa)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Stockholm: Weißhelme und Cumhuriyet erhalten Alternativen Nobelpreis


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.