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US-Bundesstaat Lousiana
Polizei erschießt Sechsjährigen bei Verfolgungsjagd

Washington. Im US-Bundesstaat Louisiana ist ein sechsjähriger Junge im Kugelhagel gestorben, als Polizisten auf das Auto seines Vaters schossen. Der Erstklässler hatte auf dem Beifahrersitz gesessen. Nun laufen die Ermittlungen.

Der Vorfall ereignete sich laut Polizei von Louisana am Dienstagabend gegen 21.30 Uhr (Ortszeit) in Marksville, berichtet die Nachrichtenagentur AP. Sogenannte City Marshalls hatten einen Mann in seinem Auto verfolgt, um ihn aufgrund eines vorliegenden Haftbefehls festzunehmen. Ein Gerichtsmediziner, der nach der Schießerei am Tatort war, identifizierte den Fahrer als Chris Few und auf dem Beifahrersitz dessen sechsjährigen Sohn Jeremy Mardis.

Vater floh vor den Marshalls

Nach Angaben des Gerichtsmediziners floh Few vor den Marshalls, die ihn festnehmen wollten. Die Flucht endete demnach in einer Sackgasse. Als er rückwärts auf die Beamten zugefahren sei, hätten diese das Feuer eröffnet. Der Fahrer des Wagens wurde dabei schwer verletzt (er befindet sich in einem kritischen Zustand im Krankenhaus), sein Sohn starb durch mehrere Schüsse in Kopf und Brust. Der Erstklässler sei in die Schusslinie geraten, sagte Dr. L.J. Mayeux der AP.

Wie die "New York Times" schreibt, hat die Polizei von Louisiana nun die Ermittlungen aufgenommen. Es gebe ein Video von der Szene, das nun ausgewertet werde. Viele Informationen habe die Polizei nicht geben wollen, wohl aber, dass sich in dem Auto des Vaters keine Waffe befunden habe. Unbekannt ist bislang auch, warum ein Haftbefehl gegen Few vorlag.

Bei den Marshalls handelt es sich demnach um drei Polizisten aus Marksville und einen aus Alexandria, die nach Feierabend der Tätigkeit bei den Marshalls nachgehen. City Marshalls arbeiten für die örtlichen Gerichte und vollstrecken Haftbefehle. Sie tragen Waffen und haben Polizeibefugnisse.

(das)
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