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Entgleist und umgestürzt
Mindestens ein Toter bei Zugunglück in den Niederlanden

Zugunglück Niederlande: Lokführer stirbt in Dalfsen
Im niederländischen Dalfsen ist ein Zug entgleist und umgestürzt - mindestens eine Person kam ums Leben. FOTO: dpa, karin bjw
Amsterdam. Bei einem Zugunglück im Nordosten der Niederlande ist am Dienstag ein Mensch ums Leben gekommen. Der Lokführer starb, als der Passagierzug mit einem über die Gleise fahrenden Hydraulikkran zusammenstieß und entgleiste.

Das sagte der Bürgermeister der nahe dem Unglücksort gelegenen Stadt Dalfsen, Han Noten. Sieben weitere Menschen wurden verletzt. Der Kranfahrer konnte rechtzeitig vor dem Zusammenstoß abspringen.

Der Unfall ereignete sich gegen 08.45 Uhr auf der Strecke zwischen Zwolle und Emmen nahe der Kleinstadt Dalfsen, rund 40 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Fernsehbilder zeigten Bilder von umgekippten Waggons neben Feldern. Rettungskräfte waren im Einsatz.

"Ein Mensch kam ums Leben", sagte Bürgermeister Noten auf einer Pressekonferenz. "Ich kann bestätigen, dass es der Lokführer war." Die Kriminalpolizei habe Ermittlungen eingeleitet, um herauszufinden, warum sich der Kran auf den Gleisen befand. Der Kranfahrer sei festgenommen worden und werde von der Polizei verhört. Der Mann hatte vor dem Zusammenstoß von seinem Fahrzeug abspringen können.

"Der Aufprall war heftig", sagte Noten. Der Pendlerzug sei bei "voller Geschwindigkeit" unterwegs gewesen, als er an einer "gesicherten Überquerung" auf den Hydraulikkran auffuhr. Ein Augenzeuge sagte dem Fernsehsender NOS, der Kran habe sich auf einem Raupenfahrzeug befunden, das sehr langsam die Gleise überquert habe. Die Frontseite des Zugs sei "völlig zerstört", sagte ein weiterer Zeuge dem Sender. Der Kran sei komplett zertrümmert.

Nach Angaben des Bürgermeisters wurden zwei der Verletzten ins Krankenhaus eingeliefert. Die anderen fünf Verletzten seien am Unglücksort versorgt worden. Die "sieben oder acht" weiteren Passagiere, die sich an Bord des Zuges befanden, seien unversehrt geblieben. Morgens seien oft wenige Passagiere auf der Strecke unterwegs, im Gegensatz zu den abendlichen Fahrten.

Der Zugverkehr auf der Strecke wurde vorläufig eingestellt, die Sperrung könnte mehrere Tage andauern. Nach Angaben des Zugbetreibers NS entstand durch den Unfall ein erheblicher Schaden. Es sei noch unklar, wann die Reparaturen beginnen könnten.

Zuletzt hatte es in den Niederlanden im April 2012 ein schweres Zugunglück gegeben. Beim Frontalzusammenstoß zweier Züge in der Nähe von Amsterdam wurde ein Mensch getötet, 117 weitere wurden verletzt. Laut den Ermittlungen übersah einer der Fahrer ein Haltesignal.

Das bislang schlimmste Zugunglück in der Geschichte der Niederlande ereignete sich im Januar 1962, als zwei Passagierzüge in Harmelen nahe Utrecht zusammeprallten. 93 Menschen starben, 52 weitere wurden verletzt.

(felt/jf/AFP)
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