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Autobombe in Afghanistan explodiert
Mindestens 20 Tote bei Anschlag vor Sportstadion

Afghanistan: Mindestens 20 Tote bei Autobomben-Anschlag vor Sportstadion
Mindestens 20 Menschen starben bei dem Anschlag. FOTO: ap, MH
Kabul. Bei einem Autobomben-Anschlag vor einem Sportstadion in der südafghanischen Provinz Helmand sind mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen, weitere 55 verletzt. Unter den Opfern, die eine Wrestling-Veranstaltung mit Ringern besuchten, sind auch Kinder.

Die Zahlen bestätigte Provinzratsmitglied Mohammed Karim Atal am Freitagabend in der Provinzhauptstadt Laschkagar. Eine weitere Quelle aus dem Provinzrat sprach von bis zu 27 Toten - Regierungssprecher Omar Swak allerdings nur von 14. Afghanische Regierungssprecher sind bekannt dafür, Opferzahlen für die Öffentlichkeit kleinzuhalten.

"Es war eine fürchterliche Szene", sagte Atal. "Es war wie in einem Actionfilm. Ich sah eine riesige Flamme aufsteigen, mit Autoteilen darin und vielleicht Menschenteilen. Ich habe nur durch Gottes Gnade überlebt."

Ein Mitglied des Provinzrates, Hadschi Abdul Ahad Sultansoi, sagte, im Stadion sei gerade ein Wrestling-Turnier mit Ringern aus vielen Provinzen und vielen Zuschauern zu Ende gegangen. Die Bombe sei gezündet worden, als die Menschen nach Hause gehen wollten.

Wer hinter dem Anschlag steckt, blieb zunächst unklar. Helmand ist eine Hochburg der radikalislamischen Taliban, die mehr als 80 Prozent des Territoriums halten. Sie versuchen schon seit längerem, auch in die Hauptstadt einzudringen.

Angriff kann Kriegsverbrechen sein

Die politische UN-Mission in Afghanistan (UNAMA) nannte den Anschlag in einem Tweet "verstörend" und sagte, sie sei dabei, die Details zu recherchieren. "Angriffe auf Zivilisten sind ein klarer Verstoß gegen internationale Menschenrechte und könnten ein Kriegsverbrechen darstellen", warnten die UN.

Es ist schon der zweite schwere Anschlag während der afghanischen Neujahrsfeierlichkeiten um "Nauros" am 21. März. Erst am Mittwoch hatte sich in der Hauptstadt Kabul ein Attentäter der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nahe einer großen Moschee in die Luft gesprengt, die ein Zentrum der Festlichkeiten ist. Dabei starben mehr als 30 Menschen.

Nauros ist ein beliebtes Familienfest. Familien gehen picknicken, zu Festtagsgebeten und besuchen einander. Islamisten halten es als vorislamisches Ritual aber für heidnisch und gotteslästerlich.

(gaa/dpa)
 
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