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IS-Unterstützung
Innenministerium löst Stuttgarter Moscheeverein auf

Stuttgart. Das baden-württembergische Innenministerium hat einen Stuttgarter Moscheeverein verboten. Grund ist, dass die Vereinigung die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) unterstützt haben soll.

Das "Islamische Bildungs- und Kulturzentrum Mesdschid Sahabe" sei eine von Salafisten dominierte Einrichtung, die als Islamisten-Treffpunkt bezeichnet werden könne und in der für Terrorgruppen Spenden gesammelt sowie Kämpfer rekrutiert worden seien, teilte das Ministerium am Donnerstag in Stuttgart mit.

"Der Verein unterstützt in Form des sogenannten Islamischen Staates eine islamistische Vereinigung, die aus religiösen Gründen Anschläge gegen Personen und Sachen veranlasst. Durch den Verein sind Spenden für terroristische Gruppierungen gesammelt und Kämpfer für den Konflikt in Syrien rekrutiert worden", erklärte Innenminister Reinhold Gall (SPD).

Demnach waren in der Vergangenheit mindestens zehn Besucher des Vereins nach Syrien gereist, um sich dort an Kämpfen zu beteiligen. Drei von ihnen sind inzwischen tot. Der Verein betrieb den Angaben zufolge in seinen Räumlichkeiten im Stuttgarter Stadtteil Botnang eine Moschee, in der den Behörden zufolge regelmäßig Prediger verkehrten, die Gewalt mit angeblichen Religionsvorschriften begründen. Bereits im März waren der Verein und Anschriften seiner Mitglieder durchsucht und Computer, Mobiltelefone sowie Publikationen beschlagnahmt worden. Diese Beweismittel belegten eine "Fokussierung" auf den militanten Dschihad und eine Befürwortung des Vorgehens des IS, erklärte das Ministerium-

Die Verbotsverfügung wurde am Donnerstagmorgen an die Vereinsvorstände übergeben, parallel wurden die Vereinsräume erneut durchsucht. Die Organisation ist nun mit sofortiger Wirkung aufgelöst und darf sich nicht weiter betätigen. Sämtliches Vermögen, einschließlich der Räumlichkeiten, wurde beschlagnahmt.

(AFP)
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