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"Taxi nach Leipzig"
Borowski und Lindholm als Geiseln im 1000. "Tatort"

Szenen aus dem 1000. Tatort "Taxi nach Leipzig"
Szenen aus dem 1000. Tatort "Taxi nach Leipzig" FOTO: ARD
Düsseldorf. In "Taxi nach Leipzig" bekommen es die beiden Kommissare Klaus Borowski (Axel Milberg) und Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) mit einem seelisch kranken Ex-Soldaten zu tun. Können sie eine Tragödie verhindern? Von Christian Sieben

Durch Zufall landen sie nach einem langweiligen Seminar im selben Taxi. Doch statt sie am Bahnhof abzusetzen, nimmt der Fahrer die Polizisten als Geiseln und fährt mit ihnen nach Leipzig. Der Mann will dort ein letztes Mal mit seiner Ex-Freundin sprechen.

"Taxi nach Leipzig" ist eine Verbeugung vor dem gleichnamigen ersten "Tatort", der vor 46 Jahren ausgestrahlt wurde. Damals ermittlte Kommissar Paul Trimmel in einem Mordfall auf der Transitautobahn nach Leipzig und musste sich zur Zeit des Kalten Krieges mit Mitarbeitern der Stasi herumschlagen.

Vier Perspektiven

Auch im neuen Fall geht es um das Thema Krieg. Denn schnell wird deutlich: Der Taxifahrer leidet an einer posttraumatischen Störung. Im Afghanistan-Krieg tötete er nach einem schlampigen Befehl seines Vorgesetzen eine unschuldige Familie.

Der Elite-Soldat fiel in eine tiefe Depression, seine Beziehung ging in die Brüche. Die Freundin von damals will jetzt ausgerechnet den Mann heiraten, der die Katastrophe in Afghanistan verursacht hatte. Der ungewöhnliche Krimi spielt zu großen Teilen in einem engen Taxi. Das Auto wurde für die Dreharbeiten von drei Seiten aufgeschnitten, um den Kameraleuten Nahaufnahmen aus mehreren Perspektiven zu ermöglichen.

Ein sehenswerter Fall

In einer Art Kammerspiel versuchen Borwowski und Lindholm dann den wahren Motiven das Fahrers auf die Spur zu kommen und ihn zur Aufgabe zu überreden. Ungewöhnlich und gelungen: Der Film wechselt gleich vier Mal die Perspektive. Der Beginn wird aus Sicht des Täters geschildert, dann kommen Borowski und Lindholm an die Reihe. Das Ende der Geschichte wird dann aus der Perspektive der Exfreundin erzählt.

Alles in allem ist der 1000. Fall der "Tatort"-Reihe ein sehenswerter Krimi. Gelegentlich gerät der Film etwas ins Stocken, auch weil sich die beiden eher nüchternen Charaktere Lindholm und Borowski doch recht ähneln. Auch die Rückblicke in Lindholms Kindheit wirkten etwas bemüht.

Dafür bleibt der Fall bis zum Ende spannend und liefert ein dramatisches Ende. Und auch Schauspieler Florian Bartholomäi weiß in seiner Rolle als gepeinigter Ex-Soldat voll zu überzeugen.

Mehr zur beliebten Reihe in unserem Dossier.

(csi)
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