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Schwache Quoten für Heidi Klum
Topmodels - Tristesse statt Zicken-Alarm

Düsseldorf (RPO). Seit Beginn der Castingshow "Germany's next Topmodel" sinken die Einschaltquoten - und das beim ohnehin schwächsten Start der Show seit 2006. Grund dafür könnten die eher farblosen verbliebenen Kandidatinnen und die langweilige Jury sein. Von Christina Caelers

"Ich habe heute leider kein Foto für dich" - das ist der wohl meist gefürchtete Satz bei "Germany's next Topmodel". Jeden Donnerstagabend fiebert die Hauptzielgruppe der 14- bis 49-Jährigen bei Prosiebens Model-Castingshow mit. Doch es schauen immer weniger Menschen zu.

Die erste Folge der jetzigen Staffel lockte 2,32 Millionen der 14- bis 49-Jährigen vor die Fernsehgeräte. Im Vergleich dazu waren es im Vorjahr beim Start noch 3,01 Millionen. Mittlerweile sehen sich durchschnittlich etwa 2,17 Millionen die aktuellen Episoden an.

2006 ging Heidi Klum das erste Mal auf ihre Mission, um das neue Topmodel zu finden. Und seitdem bescherte sie Fernsehdeutschland nicht nur das eine Topmodel, sondern jedes Jahr ein neues - und zudem zahlreiche B-Promis. Inzwischen scheint aber die Luft raus zu sein. Die verbliebenen Kandidatinnen sind eher farblos, spannende Charaktere hat die Jury zuvor herausgewählt. Und auch die Juroren haben an Unterhaltungswert verloren.

Erinnerungen an "Zack, die Bohne" und Bruce auf High-Heels

Damals gab es noch die putzige Heulsuse Bruce Darnell, die auf High-Heels umwerfender aussah und besser lief als Heidi. Oder das pralle Luder Gina-Lisa, das ganz natürlich für Lacher sorgte. Sie verlieh zudem dem Ausspruch "Zack die Bohne" Kultstatus. Außerdem sind Modelkandidatinnen wie Fiona, Sarina oder Giselle in Erinnerung geblieben, die Stimmung in die Topmodel-Horde brachten. Sei es durch Rumgezicke, übernatürliches Selbstbewusstsein oder naives Verhalten.

Doch wo bleiben solche Charaktere in der aktuellen Staffel? Muss schlicht und schön nun reichen? Die derzeitigen Kandidatinnen sind farblos. Sie dienen nicht für "fachmännische" Gespräche bei den Zuschauern, etwa in der Mädels-Clique. Und die Mädchen, die solch ein Potenzial noch entwickeln könnten, schmeißt die Jury raus.

Kandidatinnen wie "Miss Russia" Anna und Blondchen Lena mussten in den letzten Folgen dran glauben. Ebenso wie das Zahnspangen-Model Aline, die sich mit ihrem Schule-Schwänzen selbst ins Aus beförderte. Damit geht Einschalt-Potenzial verloren.

Hingucker sind jetzt noch das Stuntmodel Miriam, die eigentümliche Neele und die kleine Zicke Luisa. Sollten die drei ihre Eigenarten weiter ausleben und entfalten dürfen, besteht noch Hoffnung auf Spannung im Topmodel-Alltag.

Auch die Jury wirkt glanzloser

Wie schnell man weg vom Bildschirm sein kann, erfuhren auch mehrere Juroren schon am eigenen Leib. Heidi Klum ersetzte Modelagent Peyman Armin und Castingagent Rolf Scheider durch den Fotografen Kristian Schuller und Marketingagenten Qualid "Q" Ladraa. Die sind zwar auch kompetent, doch im Vergleich glanzlos und wenig sehenswert.

Mit Peyman Armin gab es wenigstens noch den "bösen" Dieter-Bohlen-Verschnitt für die Topmodels, und "Rolfe" Scheider war zumindest ein netter Ersatz für Bruce Darnell.

Die Macher der Show müssen sich nun einiges einfallen lassen, um ihre Zielgruppe weiter zum Einschalten zu bewegen. Die kommende Folge am Donnerstagabend verspricht zumindest Highlights: Nicht nur, dass das beliebte Umstyling stattfindet, der Trailer verriet schon, dass Heidi Klum anscheinend in New York verhaftet wird.

 
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