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Münster
Gebäudeversicherungen könnten teurer werden

Münster. Die zahlreichen schweren Unwetter in Deutschland mit Millionenschäden werden nach Einschätzung der Provinzial Nordwest auf die Preise für die Gebäudeversicherung durchschlagen. Vorstandschef Wolfgang Breuer rechnet im Durchschnitt der Versicherungsbranche mit einem Preisanstieg von rund einem Prozent, der auf Hausbesitzer in absehbarer Zeit zukommen wird. Wenn lokale, heftige Wetterereignisse in kurzer Zeit viele Schäden anrichteten, habe das Folgen für die gesamte Branche, sagte er in Münster.

Der zur Sparkassen-Finanzgruppe gehörende Konzern Provinzial Nordwest registrierte in den vergangenen Wochen 12.000 Schäden in Westfalen und Norddeutschland. Die Tiefs "Elvira" und "Friederike" flössen mit Kosten von rund 25 Millionen Euro in die Bilanz 2016 ein. Das sei aber keine große Belastung. Die Schwestergesellschaft Provinzial Rheinland geht von Schäden in Höhe von mindestens 20 Millionen Euro aus. Bei ihr wurden bis Dienstag rund 4800 Fälle gemeldet.

Unterdessen hat stundenlanger Regen im Süden Deutschlands erneut Bewohner, Feuerwehr und Polizei in Atem gehalten. Betroffen war vor allem der nordwestliche Teil Baden-Württembergs. In Bretten bei Karlsruhe zog sich ein Feuerwehrmann bei einem Einsatz an einer S-Bahn-Haltestelle lebensgefährliche Verletzungen zu. Der 35-Jährige war auf einen Güterwaggon geklettert, um sich einen Überblick über eine Schlammlawine zu verschaffen, in die der Zug geraten war. Dabei kam es zu einem Stromschlag von der Oberleitung. Auch in Bayern traten Bäche über die Ufer, in dem Ort Polling drohte zum zweiten Mal binnen weniger Tage Hochwasser. Katastrophenalarm wurde aber bis gestern Abend nicht ausgerufen. Die Lage könne sich aber schnell ändern, hieß es.

Bei den Überschwemmungen im Landkreis Rottal-Inn in der vergangenen Woche starben sieben Menschen. Nach Schätzungen des Landrats entstand ein Schaden von mehr als einer Milliarde Euro. Die Wetterlage beruhigt sich den Prognosen zufolge bald - dafür wird es aber merklich kühler. Ins Land strömende Polarluft soll die Gewitterwolken immer weiter nach Süden schieben, sie regnen sich voraussichtlich am Alpenrand ab.

(dpa)
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