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Zellbiologe
Medizin-Nobelpreis für Yoshinori Ohsumi

Medizin-Nobelpreis 2016 für Yoshinori Ohsumi für die Entdeckung des Autophagie-Mechanismus
Japaner Yoshinori hat den Autophagie-Mechanismus entdeckt. FOTO: afp
Stockholm. Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an den Japaner Yoshinori Ohsumi für die Entdeckung des sogenannten Autophagie-Mechanismus, der unter anderem bei der Zersetzung von Zellbestandteilen eine Rolle spielt.

Die höchste Auszeichnung für Mediziner ist mit umgerechnet 830 000 Euro (8 Millionen Schwedischen Kronen) dotiert. Ohsumi, geboren 1945, "entdeckte und erforschte Mechanismen, die der Autophagie zugrunde liegen, hieß es vom Institut. "Dabei handelt es sich um einen grundsätzlichen Prozess, um Zellkomponenten abzubauen und zu recyceln." Das dient der Gesunderhaltung des Körpers. Ohsumi arbeitet am Institute of Technology in Tokio.

Ohsumi selbst sieht seine Forschungsarbeit als noch nicht beendet an. "Seit 27 Jahren arbeite ich an dem Thema, aber ich habe nicht das Gefühl, dass ich das alles verstanden habe. Es gibt noch vieles zu entdecken, und ich möchte meine Forschung weitertreiben", sagte der 71-Jährige am späten Montagabend (Ortszeit) dem japanischen Fernsehsender NHK.

Der Start des Nobelpreisreigen

Seit 1901 haben 210 Menschen den Medizinnobelpreis erhalten, darunter zwölf Frauen. Der erste ging an den deutschen Bakteriologen Emil Adolf von Behring für die Entdeckung einer Therapie gegen Diphtherie.
Der jüngste Preisträger war bislang mit 32 Jahren Frederick G.
Banting, der älteste war mit 87 Jahren Peyton Rous.

Mit dem Medizin-Preis startete der Nobelpreisreigen: Am Dienstag und Mittwoch werden die Träger des Physik- und des Chemie-Nobelpreises benannt. Später folgen die Träger für den Friedens-, Literatur- und den von der schwedischen Reichsbank gestifteten sogenannten Wirtschaftsnobelpreis.

Die feierliche Überreichung aller Auszeichnungen findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.

Im vergangenen Jahr erhielt die Hälfte des Preisgeldes die Chinesin Youyou Tu für die Entdeckung des Malaria-Wirkstoffs Artemisinin. Die andere Hälfte bekamen der gebürtige Ire William C. Campbell und der Japaner Satoshi Omura, die den Wirkstoff Avermectin entwickelten.

Daraus entstanden Präparate gegen Parasitenerkrankungen in ärmeren Ländern wie Flussblindheit und lymphatische Filariose, die zur Elephantiasis führen kann.

 

(dpa)
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