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Europäisch-russische Mars-Mission
Schiaparelli-Sonde womöglich bei Landung beschädigt

Mars: Schiaparelli-Sonde womöglich bei der Landung beschädigt
FOTO: dpa, ase
Darmstadt/Moskau. Das Schicksal der europäisch-russischen Sonde auf dem Mars ist weiter unklar. Die Experten der Raumfahrtagentur Esa können nicht sagen, ob das Landemodul auf der Oberfläche des Planeten zerschellt ist. Zufrieden sind sie mit dem Verlauf der Mission trotzdem. 

"Der Lander hat sich nicht verhalten, wie wir erwartet haben", sagte Andrea Accomazzo von der Europäischen Raumfahrtagentur Esa am Donnerstag in Darmstadt. In den letzten 50 Sekunden vor dem geplanten Aufsetzen auf der Oberfläche habe das Testmodul Schiaparelli keine Signale mehr gesendet, sagte er. Dennoch habe Schiaparelli Daten gesammelt. "Das ist das Wichtigste", betonte Accomazzo.

Die Esa-Experten konnten nicht sagen, ob die Sonde auf dem Mars zerschellt oder unbeschädigt ist. Aber Esa-Chef Jan Wörner sagte: "Wir haben die Daten, wir haben Testergebnisse - ich bin sehr froh."

In einer Pressemitteilung der Esa heißt es, die Bremsraketen der Sonde hätten planungsgemäß  gezündet, allerdings womöglich nicht lange genug. "Wir bekommen Daten, mit denen wir den Ablauf der Ereignisse nachvollziehen können, auch, warum es nicht zu einer sanften Landung kam", sagte David Parker, Esa-Direktor für bemannte und unbemannte Raumfahrt. 

Mit dem Projekt ExoMars suchen die Esa und ihr russischer Partner Roskosmos nach Spuren von Leben auf dem rötlich schimmernden Wüstenplaneten. Schiaparelli und der Satellit "Trace Gas Orbiter" (TGO) waren vor sieben Monaten als erster Teil des ExoMars-Projekts vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet.

Schiaparelli sollte am Mittwochabend in einem automatisch gesteuerten Manöver die Oberfläche erreichen. Weil die Übertragung von Daten vom Mars zur Erde knapp zehn Minuten dauert, hatten die Experten im Kontrollzentrum keine Handhabe beim Ablauf der Landung.

Nach der programmierten Ankunftszeit gab es stundenlang keine Daten von der Sonde. Später trafen über den Esa-Satelliten Mars Express Signale ein, die die Wissenschaftler in einer Nachtschicht mühsam auswerten mussten. Accomazzo erklärte, es könne sein, dass der Lander zu schnell war, als er sich der Marsoberfläche näherte. Er gab sich aber zuversichtlich, dass die Teams herausfinden werden, wo und in welchem Zustand Schiaparelli den Roten Planeten erreicht hat.

Das Aufsetzen der Sonde auf der Mars-Oberfläche galt bereits im Vorfeld als heikles Manöver. Es war erwartet worden, dass es bis zur Bestätigung einer Landung mehrere Stunden dauern könnte. Doch je mehr Zeit verging, desto sorgenvoller warteten die ESA-Experten auf ein Signal.

Schiaparellis Landung ist die Generalprobe für den ersten europäischen Rover, den die ESA in vier Jahren auf dem Mars absetzen will. Der erste europäische Versuch einer Mars-Landung war vor 13 Jahren missglückt: Im Dezember 2003 verschwand das in Großbritannien gebaute Mini-Landegerät "Beagle 2" spurlos, nachdem es sich planmäßig von der ESA-Sonde Mars Express gelöst und zur Landung angesetzt hatte.

(rls/dpa/AFP)
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