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Kalkar
Angriffe auf Krankenhäuser in Nordsyrien

Bei Angriffen auf syrische Krankenhäuser und Flüchtlingslager sind mindestens 50 Zivilisten getötet worden. Allein in der Stadt Asas nahe der türkischen Grenze kamen nach Angaben von Anwohnern und eines Arztes 14 Menschen ums Leben, als Raketen in ein Kinderkrankenhaus und in eine zum Flüchtlingslager umfunktionierte Schule einschlugen. Nach Angaben eines Einwohners wurde ein weiteres Flüchtlingslager im Süden der Stadt getroffen. In die von Rebellen gehaltene Stadt haben sich Zehntausende vor den Kämpfen um die Metropole Aleppo im Norden Syriens geflüchtet.

Bei einem Raketenangriff auf die Stadt Marat Numan in Nordwestsyrien wurden demnach zwei weitere Krankenhäuser getroffen. Eines wird von der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) unterstützt. Die Klinik wurde nach Angaben der Hilfsorganisation gezielt zerstört. Mindestens sieben Mitarbeiter und ein Patient seien getötet worden: "Die Zerstörung des Krankenhauses lässt eine Bevölkerung von rund 40.000 Menschen ohne Zugang zu medizinischer Versorgung zurück, in einer aktiven Konfliktzone."

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte geht davon aus, dass die Luftschläge von russischen Kampfjets ausgeführt wurden. Von russischer Seite gab es zunächst keine Angaben. Der syrische Botschafter in Moskau gab dagegen in einem Interview der US-geführten Allianz die Schuld. Bei einem Angriff auf ein zweites Krankenhaus in Marat Numan wurden nach Erkenntnissen der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zwei Krankenschwestern getötet.

Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte zum Schutz von Flüchtlingen eine Zone, in der keine Luftangriffe mehr geflogen werden dürfen. "In der jetzigen Situation wäre es hilfreich, wenn es dort ein Gebiet gäbe, auf das keine der Kriegsparteien Angriffe fliegt - also eine Art Flugverbotszone", sagte Merkel der "Stuttgarter Zeitung". "Wenn es gelänge, zwischen der Anti-Assad-Koalition und den Assad-Unterstützern eine solche Vereinbarung zu treffen, wäre das hilfreich."

Die Türkei forderte unterdessen die kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) zur Aufgabe eines jüngst eroberten Flughafens nahe Asas auf. "Wenn sie sich nicht zurückziehen, wird dieser Flughafen zerstört", sagte Ministerpräsident Ahmet Davutoglu. Gleichzeitig warnte er die YPG vor einem weiteren Vormarsch in Nordsyrien. Die Kurden waren in der Region zuletzt vorgerückt.

Quelle: RP
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