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Ukraine-Russland-Konflikt
Angebliche russische Soldaten in Ukraine zu langer Haft verurteilt

Angebliche russische Soldaten in Ukraine zu langer Haft verurteilt
Die Russen Jewgeni Jerofejew und Alexander Alexandrow waren im Mai 2015 bei der Stadt Schtschastja im Gebiet Luhansk gefangen genommen worden. FOTO: afp
Kiew. Kommt die ukrainische Soldatin Sawtschenko bald aus der kritisierten russischen Haft frei? In der Ukraine werden zwei mutmaßliche russische Soldaten verurteilt. Beobachter halten sie für "Verhandlungsmasse" im Streit zwischen Kiew und Moskau.

Gegen russischen Protest hat ein ukrainisches Gericht zwei angebliche russische Soldaten zu je 14 Jahren Haft verurteilt. Sie sollen im Kriegsgebiet Donbass für moskautreue Separatisten gekämpft haben.

Die Richter in Kiew befanden die Männer am Montag für schuldig, an einer "aggressiven Kriegführung" sowie der "Verübung von Terrorakten" in der Unruheregion beteiligt gewesen zu sein.

Beobachter gehen davon aus, dass die Männer gegen die in Russland inhaftierte Ukrainerin Nadeschda Sawtschenko ausgetauscht werden könnten. Die Pilotin war im März zu 22 Jahren Haft verurteilt worden.
Ihr wird vorgeworfen, für den Tod von russischen Reportern in der Ostukraine verantwortlich zu sein.

Das Urteil hatte international scharfe Kritik ausgelöst. Sawtschenko war im Laufe des Prozesses mehrfach in den Hungerstreik getreten. Kiew und Moskau schließen einen Austausch nicht aus.

Russischer Konsul: "Wir haben alle denkbaren Schritte eingeleitet, um unsere Bürger in ihre Heimat zurückbringen"

Die Russen Jewgeni Jerofejew und Alexander Alexandrow waren im Mai 2015 bei der Stadt Schtschastja im Gebiet Luhansk gefangen genommen worden. Erste Geständnisse, sie hätten als Angehörige der russischen Armee für die moskautreuen Aufständischen gekämpft, widerriefen sie später. Sie hätten ihren Dienst quittiert, bevor sie sich den Separatisten angeschlossen hätten, sagten sie.

Die ukrainische Staatsanwaltschaft hatte 15 Jahre Gefängnis für Jerofejew und Alexandrow gefordert. Die Verteidigung kündigte an, das Urteil anzufechten. Dutzende Reporter beobachteten die Verkündung. Experten zufolge ist ein Austausch gegen Sawtschenko nicht möglich, solange die beiden Russen nicht rechtskräftig verurteilt sind.

Der russische Konsul in der Ukraine, Alexej Grubi, kritisierte das Verfahren. "Wir haben alle denkbaren Schritte eingeleitet, um unsere Bürger in ihre Heimat zurückbringen", sagte er der Agentur Tass zufolge. Der Menschenrechtler Konstantin Dolgow vom russischen Außenministerium sagte dem Staatsfernsehen, mehr als 100 Russen säßen derzeit in ukrainischen Gefängnissen.

Im März war einer der Anwälte der Russen unter bislang nicht ganz aufgeklärten Umständen ermordet worden. Dies verzögerte den Prozess.

(gol/dpa)
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