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Anschlag an Halloween
Trump fordert Todesstrafe für Attentäter von New York

Anschlag 2017 in New York: Donald Trump fordert Todesstrafe für Sayfullo Saipov
US-Präsident Donald Trump (Archiv). FOTO: ap, EV
New York. Er soll acht Menschen getötet haben - und zeigt offenbar keine Reue. Der mutmaßliche Attentäter von New York soll stattdessen stolz über den Anschlag an Halloween sprechen. US-Präsident Trump verlangt vehement die Todesstrafe für den 29-Jährigen.

Einen Tag nach der Todesfahrt eines 29-Jährigen in New York hat die US-Bundesanwaltschaft den Mann wegen Terrorismus angeklagt. Sayfullo Saipov sei absichtlich über einen Radweg gerast, hieß es am Mittwoch (Ortszeit) in der Anklageschrift. Ermittler hätten ein Mobiltelefon mit Propaganda der Terrormiliz Islamischer Staat sichergestellt. Saipov werden auch Unterstützung einer Terrorgruppe, Gewalt und Zerstörung von Fahrzeugen vorgeworfen.

Der 29-Jährige habe keine Reue gezeigt, hieß es in den Gerichtsunterlagen. Er habe sich gut damit gefühlt, was er getan habe, schrieben die Staatsanwälte in den Unterlagen. Saipov habe darum gebeten, in seinem Krankenhauszimmer eine Flagge der Terrormiliz Islamischer Staat aufzuhängen. Der 29-Jährige war bei seiner Festnahme angeschossen und in ein Krankenhaus gebracht worden. Zuvor hatte er mit einem gemieteten Pick-up-Truck acht Menschen getötet und zwölf weitere teils schwer verletzt.

Verteidiger warnt vor vorschnellen Urteilen

Am Mittwoch erschien Saipov in einem Rollstuhl vor Gericht. Er trug Handschellen und auch seine Beine waren aneinander gekettet. Der 29-Jährige habe eine "erhebliche Menge" körperlichen Schmerzes, sagte sein Verteidiger, David Patton. Nun solle der rechtliche Prozess abgewartet werden, sagte Patton und warnte vor vorschnellen Urteilen. Bei einer Verurteilung droht seinem 29-jährigen Mandanten im härtesten Fall die Todesstrafe. US-Präsident Donald Trump forderte diese für Saipov am Mittwochabend direkt auf Twitter.

"NYC Terrorist war gut gelaunt, als er forderte, die ISIS-Flagge in seinem Krankenhauszimmer aufzuhängen", schrieb Trump. In Großbuchstaben fügte er hinzu: Er "sollte die Todesstrafe bekommen". Zuvor hatte Trump davon gesprochen, den Täter im umstrittenen US-Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba einzusperren.

Anschlag vor einer Woche geübt

In den Vernehmungen soll sich Saipov freimütig über seine Tat geäußert haben. Er habe gestanden, die Attacke mit acht Toten und elf Verletzten seit zwei Monaten geplant zu haben, sagte Staatsanwalt Joon Kim. Gut eine Woche vor der tödlichen Fahrt vom Dienstag habe er den Anschlag geübt. Demnach mietete er am 22. Oktober einen Truck und fuhr die Strecke ab.

Bilder: Anschlag mit Kleinlaster in Manhattan FOTO: ap

Saipov habe den Halloween-Tag für den Anschlag ausgewählt, "weil er davon ausging, dass dann mehr Zivilisten auf der Straße sind", teilten die Ermittler in den Gerichtsunterlagen weiter mit. Anfangs habe er sich auch überlegt, die Flagge des IS außen an den Kleintransporter anzubringen, mit dem er dann acht Menschen tötete. "Er hat sich dann aber dagegen entschieden, weil er keine Aufmerksamkeit erregen wollte". 

Ermittler befragen Freund

"Er hat gesagt, dass er sich gut fühlt angesichts seiner Tat", hieß es in den Gerichtsunterlagen weiter. Saipov habe sich dabei von der IS-Miliz inspirieren lassen und vor etwa einem Jahr mit der Anschlagsplanung begonnen. Auf seinem Mobiltelefon seien dutzende IS-Propaganda-Videos gefunden worden. Bei der Ausführung der Tat habe sich Saipov "fast bis aufs I-Tüpfelchen genau" an Instruktionen gehalten, die der IS in sozialen Medien veröffentlicht hatte, sagte Polizeisprecher John Miller. Vor dem Anschlag habe der Usbeke weitgehend unauffällig gelebt, weder die Bundespolizei FBI noch die New Yorker Polizei hätten je gegen ihn ermittelt, sagte Miller.

Aus Gerichtsdokumenten geht auch hervor, dass Saipov das Fahrzeug unter seinem eigenen Namen angemietet hatte und angab, es etwa für 75 Minuten zu brauchen. Das FBI befragte zudem einen Freund des 29-Jährigen, der ebenfalls aus Usbekistan stammt. Ermittler hatten nach dem Mann mit Hilfe von Postern gesucht, nachdem sie ihn nicht auffinden konnten. Ob der Mann von den Plänen des 29-Jährigen wusste, war zunächst nicht klar.

(wer/ap/AFP/dpa)
 
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