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Anschlag in London
Trump bietet Hilfe an – und nutzt Tragödie für eigene Zwecke

Anschlag in London: Trump nutzt Tragödie für eigene Zwecke
FOTO: dpa, CK htf
Washington. US-Präsident Trump hat Großbritannien nach den Terroranschlägen in London erneut "unerschütterliche Unterstützung" zugesagt. Zugleich betonte er seine Entschlossenheit, die USA vor terroristischen Attacken zu schützen – und warb für seine eigene Politik.

Die USA würden alles in ihrer Macht Stehende tun, um die Schuldigen zur Rechenschaft zu ziehen, sagte Trump am Sonntagabend (Ortszeit) bei einer Galaveranstaltung in Ford's Theater in Washington, dem historischen Ort, an dem Abraham Lincoln 1865 erschossen worden war. "Wir bekräftigen unsere Entschlossenheit, stärker denn je, die USA und ihre Verbündeten vor einem abscheulichen Feind zu schützen, der einen Krieg gegen unschuldiges Leben führt."

"Und es währt schon zu lange", fuhr der Präsident fort. "Dieses Blutvergießen muss enden. Dieses Blutvergießen wird enden. Als Präsident werde ich tun, was nötig ist, um zu verhindern, dass diese Bedrohung unsere Küsten erreicht."

Terror-Attacke in London: Bilder aus der Nacht

Es waren Trumps erste öffentliche mündliche Äußerungen nach den Terroranschlägen in London. Zuvor hatte er mit der britischen Premierministerin Theresa May telefoniert, aber sich hauptsächlich via Twitter zu Wort gemeldet und dabei für seinen eigenen Kurs geworben.

Trump spricht May Beileid aus

In einem Telefonat in der Nacht zum Sonntag sprach der Präsident der britischen Premierministerin Theresa May sein Beileid aus. "Er lobte die heroische Reaktion von Polizei und anderen Ersthelfern und bot die volle Unterstützung der US-Regierung bei der Untersuchung an sowie bei den Bemühungen, die Verantwortlichen für diese abscheulichen Angriffe zur Rechenschaft zu ziehen", teilte das Weiße Haus mit.

Terroranschläge erschüttern London FOTO: rtr, DJM/wy

Davor hatte Trump via Twitter versichert: "Was auch immer die Vereinigten Staaten tun können, um in London und im Vereinigten Königreich zu helfen, wir werden da sein – WIR SIND BEI EUCH."

In seinem ersten Tweet kurz nach der Nachricht über die Vorfälle betonte Republikaner, dass die USA "smart, wachsam und hart" sein müssten. So brauche das Land als eine zusätzliche Schutzmaßnahme die von ihm verfügten Einreiseverbote, schrieb Trump. Sie sehen vorläufige Visasperren für Menschen aus sechs mehrheitlich muslimischen Ländern und für Flüchtlinge aus aller Welt vor. Trump forderte: "Die Gerichte müssen uns unsere Rechte zurückgeben!"

In der vergangenen Woche hatte die US-Regierung den Obersten Gerichtshof angerufen: Er hat nun im Tauziehen um die Einreiseverbote das letzte Wort.

Demokraten prangern Trumps Verhalten an

Schon am frühen Sonntagmorgen (Ortszeit) setzte Trump seine Serie von Tweets fort. "Wir müssen aufhören, politisch korrekt zu sein und bei der Sicherheit für unser Volk zur Sache kommen", schrieb er. "Wenn wir nicht klug werden, wird es nur schlimmer werden." Kurz danach twitterte der Präsident: "Fällt euch auf, dass wir derzeit keine Waffendebatte haben? Das ist deshalb, weil sie (die Angreifer in London) Messer und einen Lastwagen benutzt haben."

Trump spielt damit auf die seit Jahren immer wieder hochkochenden Diskussionen um die Schusswaffengesetze in den USA an. Kritiker halten diese Gesetze für viel zu lasch und argumentieren, dass sie Gewalttaten förderten. Trump lehnt eine Verschärfung ab.

Oppositionelle Demokraten prangerten am Sonntag Trumps Verhalten in verschiedenen Fernsehsendungen als "völlig unangemessen" an. Die "Washington Post" verglich die Haltung anderer Staats-und Regierungschefs mit der des US-Präsidenten und titelte: "Weltführer rufen nach Londoner Attacke zur Einheit auf. Trump twittert das komplette Gegenteil."

(wer/dpa)
 
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