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Afrika-Reise des US-Präsidenten
Obama fordert Kenianer zu Reformen auf

Barack Obama in Kenia: Rede in Nairobi begeistert die Menschen
Obama sprach in Nairobi über die Zukunft Afrikas. FOTO: dpa, dk sh
Nairobi. Barack Obama hat zum Abschluss seines Kenia-Besuchs am Sonntag in Nairobi gesprochen. Er forderte die Afrikaner auf, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Bei den Einheimischen kam das gut an.

Zum Abschluss seines Besuchs in Kenia hat US-Präsident Barack Obama die Regierung des afrikanischen Landes zu demokratischen Reformen aufgerufen. Kenia befinde sich am Scheidweg, und der Pfad zum Fortschritt führe über den Kampf gegen Korruption, gegen ungleiche Einkommen und die Schlechterstellung von Frauen und Mädchen, sagte Obama am Sonntag bei einer Rede vor Tausenden Menschen in Nairobi. Auch gegen den Terror müsse Kenia entschlossen vorgehen.

Das Geburtsland seines Vaters sei allein in seiner Lebenszeit weit gekommen, betonte Obama, nachdem er die schwierige Geschichte Kenias von der Kolonialzeit bis zur Gegenwart nachgezeichnet hatte. "Für das Volk von Kenia, besonders für die Jugend, gibt es - so glaube ich - keine Grenzen für das, was es erreichen kann", sagte der US-Präsident. "Durch Kenias Fortschritt, durch euer Potenzial könnt ihr eure Zukunft hier und jetzt errichten."

Das ist Barack Obama FOTO: ap, Evan Vucci

Künftige Präsidenten sollten gerade für die Jungen die Chancen bei der Ausbildung, auf dem Arbeitsmarkt und auf dem Gesundheitssektor verbessern, um die Grundlage dafür zu schaffen, sagte Obama. "Ihr könnt den Pfad zum Fortschritt wählen, aber dazu bedarf es einiger wichtiger Entscheidungen."

Die Rede in der Safaricom-Arena, die live im kenianischen Fernsehen übertragen wurde, schloss inhaltlich an andere Ansprachen Obamas in afrikanischen Ländern an. Die Botschaft: Nehmt euer Schicksal selbst in die Hand und lasst es nicht von anderen bestimmen.

Kenia nimmt aber durch Obamas Familiengeschichte eine besondere Stellung ein. Die Bewohner des Landes hatten seit Obamas Besuch als Senator im Jahr 2006 darauf gewartet, dass er in das Geburtsland seines Vaters zurückkehren würde. Tausende säumten am Samstag und Sonntag die Straßen, als der streng bewachte Präsident vorbeifuhr.
Die Tante des Präsidenten, Auma Obama, stellte ihn bei seiner Rede als "meinen Bruder, euren Bruder, unseren Sohn" vor.

In seiner thematisch weit reichenden Ansprache rief Obama unter anderem auch dazu auf, alle Kenianer vom wirtschaftlichen Aufschwung profitieren zu lassen, alte Rivalitäten zwischen Stämmen und Ethnien zu begraben und Praktiken wie Zwangsheiraten und Genitalverstümmelungen zu unterbinden. "Diese Traditionen reichen vielleicht Jahrhunderte zurück, aber sie haben keinen Platz im 21. Jahrhundert", sagte Obama.

Wie bereits am Samstag in einem Gespräch mit Präsident Uhuru Kenyatta forderte der US-Präsident auch am Sonntag einen entschlossenen Kampf gegen die Terrormiliz Al-Shabaab, die vom Nachbarland Somalia aus auch immer wieder in Kenia angreift.

Am späten Sonntagabend sollte Obama in die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba weiterfliegen. Äthiopien ist der zweite und letzte Stopp seiner viertägigen Afrikareise.

(dpa)
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