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Benjamin Netanjahu
Neue Vorwürfe gegen israelischen Ministerpräsidenten

Benjamin Netanjahu: mehr Vorwürfe gegen israelischen Ministerpräsidenten
Netanjahu soll mit einem Medienunternehmer über bessere Schlagzeilen verhandelt haben FOTO: dpa, jwh sam hpl tba
Jerusalem . Wieder Ärger für Benjamin Netanjahu: Der wegen Korruptionsvorwürfen unter Druck stehende israelische Ministerpräsident soll mit einem Medienunternehmer über vorteilhafte Berichte verhandelt haben.

Die israelische Polizei prüft laut einem Medienbericht den Mitschnitt eines Gesprächs, in dem Netanjahu mit einem Medienunternehmer über eine für ihn vorteilhaftere Berichterstattung verhandelte. Wie der Fernsehsender Channel 2 berichtete, unterhalten sich der Regierungschef und der Medienunternehmer Arnon Moses in dem aufgezeichneten Gespräch darüber, dass Netanjahu Moses' Zeitung helfen könnte, wenn er dafür in dessen Medien in ein besseres Licht gerückt würde.

Moses ist Besitzer des Massenblattes "Jediot Ahronot" und der Nachrichtenwebsite Ynet. In dem Gespräch zwischen Netanjahu und dem Unternehmer geht es laut Channel 2 im Kern darum, dass die Wochenendbeilage von "Jediot Ahronots" Konkurrenzzeitung "Hajom" verkleinert oder eingestellt werden könnte. Im Gegenzug solle "Jediot Ahronot" positiver über Netanjahu und seine Politik berichten.

Vorwurf der Bestechlichkeit

Gegen Netanjahu laufen seit Monaten Vormittlungen wegen Korruptionsverdachts, in den vergangenen Tagen wurde er von der Polizei zum Vorwurf der Bestechlichkeit befragt. Medienberichten zufolge geht es um Zuwendungen reicher Israelis und ausländischer Geschäftsmänner an Netanjahu im Wert von mehreren zehntausend Dollar. Zudem spekulieren israelische Medien über weitere, noch schwerwiegendere Korruptionsvorwürfe.

Laut israelischen Medienberichten wurden in dem Fall bereits 50 Zeugen befragt, darunter auch der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, der US-Milliardär Ronald Lauder. Er soll Reisen Netanjahus finanziert haben.

Mögliche Affären um Netanjahu und sein Umfeld hatten wiederholt für Schlagzeilen gesorgt. So ordnete der Generalstaatsanwalt im November Ermittlungen gegen einen Vertrauten des Regierungschefs an. Hintergrund ist der Kauf von drei U-Booten aus deutscher Produktion. Der Anwalt der Familie Netanjahu soll Berichten zufolge zugleich für den Agenten von ThyssenKrupp in Israel tätig sein.

Im Juni räumte Netanjahu eine Geldspende eines Geschäftsmannes ein, der später in Frankreich wegen millionenschweren Steuerbetrugs beim Emissionshandel zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Netanjahus Büro betonte aber, die Spende habe nicht gegen geltendes Recht verstoßen.

Im Mai veröffentlichte der israelische Rechnungshof einen kritischen Bericht über Flugreisen Netanjahus, welche dieser zumeist in Begleitung von Frau und Kindern in seiner Zeit als Finanzminister von 2003 bis 2005 unternommen hatte. Dabei ging es um die möglicherweise missbräuchliche Verwendung von Bonusmeilen und um den Verdacht der doppelten Abrechnung von Tickets.

(crwo/AFP)
 
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