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Klimakonferenz in Paris
10.000 Delegierte, 195 Länder - das Ringen um ein Klimaschutzabkommen

Klimakonferenz in Paris: 10.000 Delegierte, 195 Länder - das Ringen um ein Klimaschutzabkomme
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon mahnt in Paris zu mehr Anstrengung im Kampf gegen die Erderwärmung. FOTO: ap, LR
Paris . 10.000 Delegierte aus 195 Ländern buhlen um die Aufmerksamkeit der ganzen Welt: Vor dem Klimagipfel in Paris moniert UN-Generalsekretär Ban Ki Moon unzureichende Zusagen zur Verringerung klimaschädlicher Emissionen.

In Frankreich haben am Sonntagabend die Verhandlungen zur UN-Klimakonferenz begonnen. Vor der offiziellen Eröffnung der Konferenz am Montag mit rund 150 Staats- und Regierungschefs versammelten sich in Le Bourget nördlich von Paris am Sonntag bereits die Delegierten der 195 beteiligten Länder. Das Treffen begann mit einer Schweigeminute zum Gedenken an die 130 Todesopfer der Anschlagsserie von Paris am 13. November.

Bei ihren Gesprächen wollen die Unterhändler insbesondere festlegen, wie die Arbeit der folgenden Tage am besten organisiert werden kann. Der Beginn der Beratungen wurde um einen Tag vorgezogen, um die knappe Zeit so gut wie möglich zu nutzen. Bei der UN-Konferenz soll ein international verbindliches Klimaschutzabkommen beschlossen werden. Ziel ist eine Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau. Mehr als 180 Staaten haben Zusagen zur Absenkung klimaschädlicher Schadstoffemissionen gemacht, die nach 2020 in Kraft treten sollen - vorausgesetzt, in Paris wird ein globales Abkommen erreicht. Wissenschaftliche Analysen haben aber ergeben, dass mit den bisher eingegangenen Zusagen der globale Temperaturanstieg gegenüber dem Beginn der Industrialisierung drei Grad Celsius betragen würde.

Ban: Es ist nicht genug

Die vor dem Weltklimagipfel eingegangenen staatlichen Zusagen zur Verringerung klimaschädlicher Emissionen sind nach den Worten von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon unzureichend. Er sei deshalb dafür, den globalen Ausstoß klimaschädlicher Gase alle fünf Jahre überprüfen zu lassen, sagte Ban am Sonntag in einem Interview der Nachrichtenagentur AP. "Ich würde vorschlagen, dass die erste derartige Überprüfungsrunde noch vor 2020 stattfinden sollte", sagte Ban.

"Es ist nicht genug", sagte Ban zu den Zusagen. "Wir müssen mehr und schneller tun, um es zu schaffen, den Anstieg der globalen Temperatur unter zwei Grad zu halten", erklärte der Generalsekretär. Er sei dennoch von Fortschritten ermutigt, die bei den jüngsten Klimaverhandlungen gemacht worden seien. Jahrelang wurde eine Vereinbarung von Klimaschutzzielen vom Streit zwischen armen und reichen Ländern darüber blockiert, wer welchen Anteil zu übernehmen habe. Nun scheine sich eine gemeinsame Linie anzubahnen, sagte Ban. "Ich bin ziemlich optimistisch, dass wir es schaffen werden, ein sehr robustes universelles Klimaabkommen zu erreichen."

Merkel: Brauchen Überprüfungsmechanismus

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte sich derweil in einem Videopodcast zuversichtlich, dass die Konferenz ein Abkommen zur CO2-Reduzierung beschließt. Allerdings reichten die bisher vorgelegten Minderungsziele der einzelnen Staaten nicht aus, um die Erderwärmung wie vereinbart auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. Deshalb seien verbindliche Folgeprozesse und ein Überprüfungsmechanismus notwendig, sagte Merkel am Samstag in Berlin.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) nannte eine verbindliche Verpflichtung zur Begrenzung der Erderwärmung um höchstens zwei Grad das wichtigste Ziel des Treffens. Die Fortschritte beim Klimaschutz sollten alle fünf Jahre nach einheitlichen Standards überprüft werden, sagte sie am Sonntag im "Interview der Woche" des Deutschlandfunks.

Derweil hat Gastgeber Frankreich die Teilnehmer des Weltklimagipfels aufgefordert, zügig zu verhandeln, um Chaos und ein mögliches Scheitern der Konferenz zu vermeiden. "Ich verstehe, dass manche die Tendenz haben, darauf zu warten, dass der andere den ersten Schritt macht", sagte Außenminister Laurent Fabius am Sonntagabend bei einem Vorgespräch, an dem Delegationen zahlreicher Staaten teilnahmen. Es sei aber falsch, auf ein "Wunder der letzten Nacht" oder auf eine Verlängerung der bis zum 11. Dezember geplanten Konferenz zu hoffen. "Wir haben ein Schlussdatum festgelegt, und viele müssen am Abend des 11. Dezembers abreisen."

(felt/AFP/dpa/ap)
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