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Antisemitismus-Affäre
Labour-Partei suspendiert weitere Mitglieder

Labour-Partei suspendiert weitere Mitglieder in Antisemitismus-Affäre
Schon vergangene Woche wurde der frühere Londoner Bürgermeister Ken Livingstone suspendiert FOTO: ap
London . Der Streit um antisemitische Äußerungen in der britischen Labour-Partei zieht immer weitere Kreise. Wenige Tage vor der Wahl des Londoner Bürgermeisters ist drei Stadtratsmitgliedern vorübergehend die Mitgliedschaft entzogen worden.

Bei ihnen handele es sich um Ilyas Aziz, Salim Mulla und Shah Hussain, wie die Partei mitteilte. Bereits vergangene Woche hatte der frühere Londoner Bürgermeister Ken Livingstone wegen umstrittener Hitler-Äußerungen seine Mitgliedschaft suspendiert bekommen.

Der Kandidat der Labour-Partei für die Londoner Bürgermeisterwahl am Donnerstag, Sadiq Khan, sagte, der Streit könnte die Aussichten auf seinen Sieg schmälern. In Umfragen lag er zuletzt vor dem Kandidaten der konservativen Tory-Partei, Zac Goldsmith.

Vergleich Israels mit Hitler

Hussain hatte über Twitter einem israelischen Fußballspieler geschrieben, Israel behandele die Palästinenser wie Hitler früher die Juden. Der Nachrichtenagentur AP sagte er, er werde gegen die Suspendierung vorgehen. Juden, die seinen Kommentar beleidigend fänden, sollten überlegen, was wohl "der Rest der Welt" über ihre Behandlung der Palästinenser denke, sagte der Lokalpolitiker.

Aziz hatte auf Facebook erklärt, es wäre wohl weiser gewesen, den Staat Israel in den USA zu gründen. Israel könne "auch jetzt noch" umgesiedelt werden. Mulla soll abwertende Kommentare über zionistische Juden gepostet haben.

Parteichef Jeremy Corbyn hat eine unabhängige Überprüfung in seinen Reihen auf Antisemitismus und Rassismus auf den Weg gebracht. Von ihrem Ausgang hängt ab, ob die Suspendierungen wieder aufgehoben werden.

(crwo/ap)
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